Nach­hal­tig­keit

Tourismus ist nur dann zukunftsfähig, wenn er nachhaltig ist. Die Reisewirtschaft nimmt das Thema Klimaschutz und die damit verbundene Verantwortung sehr ernst. Da sind alle gefragt – Verbraucher und Reisebranche gleichermaßen.

PROF. DR. HARALD ZEISS
Vorsitzender Ausschuss Nachhaltigkeit

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Das E-Learning NACHHALTIGKEIT AM COUNTER ist eine umfassende Basis-Schulung zum Thema Nachhaltigkeit im Tourismus. Sie beinhaltet alle wichtigen Informationen und Fakten rund um nachhaltigeren Tourismus und zeigt praktische Tipps sowie Maßnahmen, wie Reisen umwelt- und sozialverträglicher gestaltet werden können.
KLIMASCHUTZ AM COUNTER fokussiert sich auf das Thema Klimaschutz im Tourismus und gibt einen vertiefenden Einblick sowie praktische Tipps, wie Reisen klimafreundlicher gestaltet werden können. 
Wir empfehlen, zunächst die Schulung NACHHALTIGKEIT AM COUNTER als Basis-Schulung zu absolvieren und im Anschluss das erworbene Wissen im E-Learning KLIMASCHUTZ AM COUNTER  zu vertiefen.

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EcoTrophea 2026: Drei Projekte für nachhaltige Entwicklung mit lokalen Gemeinden nominiert

Ecomapu Travel, G Adventures und HX Expeditions für die diesjährige internationale Nachhaltigkeitsauszeichnung des Deutschen Reiseverbandes nominiert – Preisverleihung am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress

Kreuzfahrt | Nachhaltigkeit | Reisebüros | Pressemeldungen

Drei Projekte aus Chile, verschiedenen internationalen Destinationen und der kanadischen Arktis sind für die EcoTrophea 2026 des Deutschen Reiseverbandes (DRV) nominiert. Die traditionsreiche internationale Auszeichnung für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Tourismus steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunktthema „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“. Die drei Finalisten im Rennen um die diesjährige EcoTrophea sind Ecomapu Travel mit „Community-Based Tourism for Valparaiso“, G Adventures mit „Trees for Days“ sowie HX Expeditions mit dem Projekt „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“. Wer der Gewinner der EcoTrophea 2026 ist, wird am 15. Oktober im Rahmen des DRV-Hauptstadtkongresses in Berlin verkündet.

„Nachhaltiger Tourismus kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort erfolgreich sein. Die drei nominierten Projekte zeigen auf unterschiedliche Weise, wie lokale Gemeinschaften aktiv eingebunden werden und wie daraus wirtschaftliche, soziale, kulturelle oder ökologische Mehrwerte entstehen können“, sagt Harald Zeiss, Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit im DRV, Professor für Tourismus an der Hochschule Harz in Wernigerode und Vorsitzender der diesjährigen EcoTrophea-Jury.

Ecomapu Travel: Lokale Wertschöpfung in Valparaíso

Das chilenische Unternehmen Ecomapu Travel koordiniert seit 2015 ein Community-based-Tourism-Modell in Valparaíso, Chile. Dabei bringt der Reiseveranstalter lokale Gastfamilien, Guides und weitere Anbieter mit Reisenden und öffentlichen Institutionen zusammen. Ausgangspunkt war die gemeinsame Entwicklung der „Ruta La Matriz“ in sozial benachteiligten beziehungsweise vom Tourismus bislang wenig einbezogenen UNESCO-Welterbe-Gebiete der Stadt.

Nach Angaben von Ecomapu Travel nehmen jährlich rund 7.000 Reisende an elf Kleingruppen-Erlebnissen teil. Das Netzwerk umfasst fünf Gastfamilien, 14 Guides und mehr als 20 lokale Anbieter. Rund 80.000 US-Dollar Visitor Spending verbleiben laut Bewerbung durch direkte Zahlungen vor Ort. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind an Entscheidungen über Routen, Geschichten, Preise und neue Aktivitäten beteiligt. Jährlich finden vier Beteiligungstreffen statt. Über eine Kooperation mit der University of Valparaiso wurden zudem zwölf Köchinnen und Köche beziehungsweise Teilnehmende sowie weitere lokale Akteure qualifiziert. Traditionelle Rezepte, lokale Geschichten und das Wissen der Bewohner fließen in die touristischen Erlebnisse ein. www.vsocialfoundation.org

G Adventures: Ökosysteme stärken und lokale Strukturen fördern

Mit „Trees for Days“ verbindet G Adventures ökologische Wiederherstellung mit lokalen Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Für jeden Reisetag eines G-Adventures-Gastes wird im Rahmen des Programms ein Baum gepflanzt. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der lokalen Steuerung: Lokale Gemeinschaften wählen die geeigneten Baumarten aus, betreiben eigene Baumschulen und übernehmen Management, Monitoring und Governance der Projekte über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Nach Angaben von G Adventures wurden bislang 6,6 Millionen Bäume gepflanzt und 224.390 Menschen begünstigt. 13.171 Menschen profitierten demnach direkt durch Jobs, Einkommen und Trainings. Kollektiv betriebene Gemeinschaftsgärten schaffen lokale Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Projekte berücksichtigen lokale Prioritäten und traditionelles Wissen – darunter indigene Ernährungssysteme in Kanada, von Frauen geführte Baumschulen in Kenia und lokale Projekte in Marokko und Madagaskar. www.gadventures.com

HX Expeditions: Tourismus gemeinsam mit Inuit Communities gestalten

Mit „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ setzt das Kreuzfahrtunternehmen HX Expeditions in der kanadischen Arktis auf ein von Inuit Communities mitgestaltetes Ausflugsprogramm. Ziel ist es laut Unternehmen, touristische Besuche in den Gemeinden stärker mit lokaler Governance, traditionellem Wissen und direkter lokaler Wertschöpfung zu verbinden. Die Gemeinden wirken an der Gestaltung der touristischen Angebote und an der Routenplanung mit und erzielen daraus unmittelbar Einnahmen.

Nach Angaben von HX Expeditions generierten zwei Reisen durch die Northwest Passage im Sommer 2025 rund 260.000 Euro direkte Einnahmen über von den Gemeinden organisierte Aktivitäten. Weitere rund 77.000 Euro wurden demnach über optionale von der lokalen Community geleitete Ausflüge direkt an die beteiligten Personen gezahlt. Die lokale Beteiligung wurde auf 20 bis 30 Personen pro Community ausgeweitet. In die Angebote werden zudem lokale Expertinnen und Experten eingebunden – etwa für traditionelle Qulliq*-Zeremonien und Führungen zu Kulturerbestätten. Auch traditionelle Handwerkskunst und mündliches Storytelling sind Bestandteil der touristischen Erlebnisse. www.travelhx.com

*flache, steinerne Öllampen

EcoTrophea macht nachhaltige Tourismusprojekte sichtbar

Mit der EcoTrophea zeichnet der DRV seit vielen Jahren Projekte aus, die zeigen, wie Tourismus einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten kann. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausschreibung stehen Ansätze, bei denen lokale Akteure aktiv in die touristische Entwicklung einbezogen werden, regionale Wertschöpfung und soziale Teilhabe gestärkt sowie kulturelle Identität und lokale Traditionen erhalten werden. Die Jury bewertet die zum Jahresthema eingereichten Projekte nach einem festgelegten Kriterienkatalog.

„Tourismus entfaltet dann seine positive Wirkung, wenn die Menschen in den Zielgebieten aktiv beteiligt werden, wirtschaftlich profitieren und gleichzeitig ihre kulturelle Identität bewahren können. Genau solche Projekte möchten wir mit der EcoTrophea 2026 sichtbar machen und auszeichnen“, so Zeiss.

Welches der drei nominierten Projekte die EcoTrophea 2026 erhält, wird am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress in Berlin bekannt gegeben.

 

Die Jury für die EcoTrophea 2026:

Neben dem Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit und Professor an der Hochschule Harz, sind in diesem Jahr folgende Experten in der Jury (in alphabethischer Reihenfolge):

Prof. Dr. Julia Beelitz, Professorin für ABWL und Nachhaltiges Tourismusmanagement, Hochschule Worms University of Applied Sciences, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit;
Prof. Dr. Nicole Häusler, Professorin für Tourismusmanagement, International University Hamburg;
Claudia Mitteneder, Geschäftsführerin Studienkreis für Tourismus und Entwicklung;
Katrin Rieger, Bereichsdirektorin Reisevertrieb Deutschland, HanseMerkur Reiseversicherung, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit;
Dr. Kurt von Storch, Geschäftsführer EuropeSpa, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit

 

Kriterien für die Vergabe der EcoTrophea 2026 zum Schwerpunktthema „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“:

Alle eingereichten Projekte werden anhand derselben Bewertungskriterien und Gewichtungen beurteilt.

  1. Herleitung und Umsetzung des Projekts (25 %)
    Nachvollziehbare Herleitung und Umsetzung der Projektziele anhand konkreter Maßnahmen, quantitativer Ergebnisse soweit angegeben und der langfristigen Wirksamkeit des Projekts.
     
  2. Wirtschaftlicher Nutzen (25 %)
    Messbare wirtschaftliche Vorteile für die lokale Gemeinschaft anhand konkreter quantitativer Angaben, insbesondere zu geschaffenen Arbeitsplätzen, erzielten Einnahmen, dem Anteil lokaler Lieferanten, lokalen Eigentumsverhältnissen, den am Reiseziel verbleibenden Einnahmen sowie Investitionen in die lokale Infrastruktur und lokale Unternehmen.
     
  3. Soziale Beteiligung und Wirkung (30 %)
    Belegte aktive Beteiligung der lokalen Gemeinschaft und nachgewiesene soziale Wirkungen für die lokale Bevölkerung, insbesondere anhand der aktiven Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft in Planung, Entscheidungsfindung, Umsetzung und langfristige Steuerung des Projekts sowie anhand quantitativer Angaben zur Anzahl eingebundener Personen oder durchgeführter Maßnahmen.
     
  4. Kulturelle Stärkung (20 %)
    Nachvollziehbarer Beitrag des Projekts zum Erhalt, zur Stärkung oder Förderung lokaler Kultur, Traditionen, des kulturellen Erbes, des Handwerks, der Sprache oder der lokalen Identität anhand konkreter Beispiele zur Zusammenarbeit mit lokalen Kulturakteuren, zum Schutz von Kulturgütern sowie zu authentischen Besuchererlebnissen im Zusammenhang mit der lokalen Gemeinschaft.
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