Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf die Reisewirtschaft. Besonders spürbar sind die Effekte auf die weltweiten Ölmärkte, die nicht nur die Preise an den Tankstellen, sondern auch die Kerosinpreise beeinflussen. Ob sich dies bereits in steigenden Flugpreisen niederschlägt, hängt unter anderem von der Nachfrage nach bestimmten Zielgebieten, den verfügbaren Flugkapazitäten und der langfristigen Absicherung von Kerosinpreisen durch Fluggesellschaften ab.
Auch Luftraumsperrungen, wie sie derzeit in Teilen der Golfregion gelten, wirken sich unmittelbar auf den Flugverkehr aus. Flüge müssen umgeleitet werden oder fallen ganz aus, was längere Flugzeiten und höheren Kerosinverbrauch zur Folge hat. Gleichzeitig sinken die verfügbaren Flugkapazitäten, was tendenziell steigende Flugpreise nach sich ziehen kann.
„Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich natürlich auch auf die Reisewirtschaft aus. Höhere Kerosinpreise, längere Flugrouten durch Luftraumsperrungen und mögliche Kapazitätsengpässe können sich mittelfristig in steigenden Flugpreisen niederschlagen“, so Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV). „Gleichzeitig verschieben sich Urlaubswünsche in Richtung anderer Zielgebiete – aktuell in Richtung Westen wie etwa nach Spanien. Auch das kann sich in steigenden Reisepreisen niederschlagen – wenn mehr Reisende auf andere Ziele ausweichen und dort die Kapazitäten knapper werden. Es wird aber auch Zielgebiete geben, in denen die Preise aufgrund geringerer Nachfrage und hoher Kapazitäten tendenziell sinken werden.“
Reisenden, die ihren Sommerurlaub noch nicht gebucht haben, wird insbesondere die Buchung einer Pauschalreise empfohlen, da diese in Krisensituationen die beste Absicherung bietet. Auch Flextarife können sinnvoll sein, um kurzfristig ohne Zusatzkosten umbuchen oder stornieren zu können.
Wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickelt, bleibt abzuwarten – entscheidend wird sein, wie lange der Konflikt im Nahen Osten anhält und welche Auswirkungen dies auf zentrale Drehkreuze für Verbindungen nach Asien, Australien oder Neuseeland hat.
