Mittelmeer und Kreuzfahrten: So macht Deutschland Sommerurlaub

Prognose des DRV für den Gesamtreisemarkt: Reiselust bleibt hoch – Umsätze leicht über Vorjahr

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Trotz Krisen und Unsicherheiten lassen sich die meisten Deutschen den Urlaub nicht nehmen: Der Deutsche Reiseverband (DRV) zieht eine erste Zwischenbilanz der diesjährigen Sommerreisesaison und prognostiziert ein leichtes Umsatzwachstum für den touristischen Gesamtreisemarkt. Für diesen Markt der Urlaubs- und Freizeitreisen ab mindestens einer Übernachtung, die der DRV zweimal im Jahr – zu Jahresbeginn und im Sommer – veröffentlicht, werden sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Reiseveranstaltern als auch individuell zusammengestellte Urlaubsreisen einbezogen. Von diesem Gesamtreisemarkt entfällt rund die Hälfte des Umsatzes auf Pauschal- und Bausteinreisen von Veranstaltern.

Für die Sommersaison 2026 (Anfang Mai bis Ende Oktober) erwartet der DRV ein Umsatzplus von einem Prozent auf fast 57 Milliarden Euro. Auch für das gesamte Touristikjahr 2025/26 (Anfang November 2025 bis Ende Oktober 2026) rechnet der Branchenverband mit einem Umsatzwachstum: Für Reisen und Urlaub mit mindestens einer Übernachtung werden die Bundesbürger rund ein Prozent mehr und damit fast 85 Milliarden Euro ausgeben. Das geht aus der aktuellen Marktprognose hervor, die der DRV gemeinsam mit Dr. Fried & Partner sowie Travel Data + Analytics erstellt hat. Damit fällt das erwartete Marktwachstum für Reisen geringer aus als noch zu Jahresbeginn prognostiziert – vor sechs Monaten war von drei Prozent Umsatzwachstum sowohl für den Sommer als auch das gesamte Touristikjahr ausgegangen. Geopolitische und allgemein wirtschaftliche Unsicherheiten sowie steigende Preise hinterlassen Spuren.

Große Teile der Sommernachfrage sind bereits sehr frühzeitig Ende des vergangenen Jahres gebucht worden – teils sogar stärker als im Vorjahr. Nach Ausbruch der Nahostkrise zeigte sich für Neubuchungen kurzzeitig eine gewisse Buchungszurückhaltung. Seit Ende Mai steigen die Buchungen wieder spürbar an, seitdem liegen die Buchungseingänge kontinuierlich über den entsprechenden Vorjahreswochen. Aktuell werden Reisen sehr kurzfristig gebucht, das Last Minute-Geschäft hat an Fahrt aufgenommen.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Menschen möchten weiterhin reisen. Gleichzeitig beobachten wir ein verändertes Buchungsverhalten. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich derzeit kurzfristiger und wägen ihre Reiseentscheidung aufgrund der geopolitischen Entwicklungen sorgfältiger ab. Das führt zu einer zeitlichen Verschiebung der Buchungen – nicht aber zu einem grundsätzlichen Rückgang“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl. Verbraucher vergleichen stärker und achten genauer auf Preis und Leistung. Gleichzeitig werden verstärkt Pauschalreisen und All-Inklusive-Reisen gebucht. Loidl: „Gerade jetzt zeigt sich auch der Mehrwert professioneller Beratung. Reisebüros helfen Kunden dabei, in einem unsicheren Umfeld die passende Entscheidung zu treffen und stehen vor, während und nach der Reise beratend zur Seite.“

Mittelmeerziele und Kreuzfahrten entwickeln sich positiv

Besonders positiv entwickeln sich nach der aktuellen Prognose in diesem Sommer Reisen in die westliche und östliche Mittelstrecke sowie Kreuzfahrten. Türkei, Spanien und Griechenland sind die meistgebuchten Flugpauschalreise-Ziele. Die Buchungszahlen für Destinationen, bei denen es – wie etwa bei der Türkei und Ägypten - zu Beginn der Krise noch eine spürbare Zurückhaltung gab - stabilisieren sich wieder. „Bei den Kreuzfahrten rechnen wir für dieses Jahr mit einem weiterwachsenden Markt – die Entwicklung aus dem Vorjahr setzt sich damit fort“, so Loidl. Anders als im vergangenen Jahr gehen die Marktforscher zudem in diesem Sommer von einer stärkeren Zunahme der Auto-, Bus- und Bahnreisen innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer aus.

Deutlich schwieriger bleibt dagegen die Entwicklung der Fernreisen, die sowohl im Sommer als auch im gesamten Touristikjahr hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben und im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge aufweisen. Hier macht sich insbesondere die Reisewarnung im März und April für viele arabische Länder aufgrund des Nahostkriegs bemerkbar. Dadurch konnten wochenlang die für Fernreisen in Richtung Asien wichtigen Umsteigeflughäfen im Nahen Osten nicht genutzt werden. Erst langsam kommt dieses wichtige Fernreisegeschäft zurück.

„Die Tourismusbranche hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, wie resilient sie ist. Unsere Erfahrung zeigt: Sobald sich das Umfeld stabilisiert, kehrt auch die Nachfrage schnell zurück. Deshalb blicken wir trotz der aktuellen Herausforderungen insgesamt zuversichtlich auf die weitere Entwicklung des Reisemarktes“, so Loidl.

Zur Methode der Marktprognose des DRV:

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner und Unterstützung der Marktanalysten von Travel Data + Analytics (TDA) ein Prognoseverfahren entwickelt, um die wahrscheinlichen Entwicklungen im deutschen Markt der Urlaubs- und Freizeitreisen ab einer Übernachtung valide vorhersagen zu können. Die quantitative Marktprognose fußt auf einem konsistenten, mathematischen Verfahren, das historische und aktuelle Buchungsdaten zum Veranstalter- und Individualreisemarkt heranzieht sowie wirtschaftliche Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Prognoseergebnisse werden auf Basis der Einschätzung ausgewiesener Branchenexperten nachjustiert.

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