Luftverkehr und bezahlbares Fliegen für Tourismus und Geschäftsreise unerlässlich

Hohe Standortkosten gefährden Arbeitsplätze und reduzieren das Flug- und Urlaubsangebot 

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Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat anlässlich eines politischen Diskussionsforums auf die Wertschöpfung des Luftverkehrs und die negativen Folgen der Luftverkehrsteuer und hohen Standortkosten in Deutschland aufmerksam gemacht: Die hohen Belastungen für Airlines, Flughäfen und Reisende im Vergleich zu anderen Ländern schwächen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und gefährden die Entwicklung des Tourismusstandorts.

„Der Luftverkehr ist kein Partikularinteresse der Airlines, sondern die zentrale Infrastruktur der Reisewirtschaft“, betonte DRV-Präsident Albin Loidl auf dem heutigen Forum „Wertschöpfung des Luftverkehrs“, das auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gemeinsam mit dem Verband der deutschen Messewirtschaft (AUMA), dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), dem Deutschen Reiseverband (DRV) und dem DSLV Bundesverband Spedition und Logistik in Berlin ausgerichtet wurde.

„Wenn Fliegen ab Deutschland zu teuer wird, verlieren am Ende alle – Reisebüros, Reiseveranstalter, Familien und letztlich der gesamte Wirtschaftsstandort“, so Loidl in der Tourismus-Diskussionsrunde mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Tourismus im Deutschen Bundestag, Anja Karliczek, und dem Präsidenten des BTW, Sören Hartmann. 

Luftverkehr sichert Wertschöpfung und Beschäftigung

Der Luftverkehr ist für den Tourismus in Deutschland unverzichtbar. Er ermöglicht Millionen von Urlaubsreisen deutscher Verbraucherinnen und Verbraucher und bringt gleichzeitig internationale Gäste, Geschäftsreisende und Messebesucher ins Land.
Davon profitieren nicht nur Fluggesellschaften und Flughäfen, sondern eine gesamte Wertschöpfungskette: Hotels, Gastronomie, Kultur, Einzelhandel, Reisebüros, Reiseveranstalter, Transferservices, Reiseleiter, Versicherungen und digitale Vertriebssysteme hängen unmittelbar von einer leistungsfähigen Luftverkehrsinfrastruktur ab. Darüber hinaus hängt die gesamte deutsche Wirtschaft von wettbewerbsfähigen und gut funktionierenden Luftverkehrsstrukturen ab.

Allein die Tourismuswirtschaft erwirtschaftet in Deutschland 3,7 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Rund 2,7 Millionen Menschen arbeiten in der Branche. Eine Schwächung des Luftverkehrs trifft daher weit mehr als nur den Transportsektor. 

Hohe Kosten führen zu weniger Verbindungen und höheren Preisen

Die Luftverkehrsteuer und weitere staatlich verursachte Standortkosten verteuern das Fliegen ab Deutschland erheblich. Die Folgen sind bereits heute sichtbar: Fluggesellschaften reduzieren Kapazitäten, Direktverbindungen werden ausgedünnt und die Ticketpreise steigen.
Für Reisende bedeutet dies längere Reisezeiten, zusätzliche Umstiege und höhere Kosten. Besonders betroffen sind Familien sowie Haushalte mit niedrigerem Einkommen. „Urlaub muss bezahlbar bleiben“, so DRV-Präsident Albin Loidl. „Schon jetzt beobachten wir, dass insbesondere einkommensschwächere Haushalte auf Reisen verzichten müssen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend.“

Reisevertrieb und Veranstalter unter Druck

Für die Reisewirtschaft hat eine schlechtere Luftverkehrsanbindung von Deutschland aus direkte Folgen. Rund 85 Prozent aller Pauschalreisen enthalten einen Flugbestandteil. Fehlen ausreichende Flugkapazitäten, steigen die Preise, die Angebotsvielfalt sinkt und Reiseentscheidungen werden erschwert. Gleiches gilt für Geschäftsreisen

„Wenn Flugkapazitäten fehlen, gerät die gesamte Reisewirtschaft unter Druck“, machte DRV-Präsident Loidl deutlich. „Von der Pauschalreise über Fernreisen und Kreuzfahrten bis hin zu Gruppen- und Geschäftsreisen sind nahezu alle Segmente auf verlässliche und bezahlbare Flugverbindungen angewiesen.“
Auch die Kundenzufriedenheit nimmt ab, wenn Urlauberinnen und Urlauber oder Geschäftsreisende längere Anreisen, zusätzliche Umstiege oder eingeschränkte Verfügbarkeiten in Kauf nehmen müssen. „Eine wettbewerbsfähige Luftverkehrsinfrastruktur stärkt nicht nur Airlines und Flughäfen. Sie stärkt den Tourismus, den Wirtschaftsstandort Deutschland und Millionen von Reisenden. Deshalb muss die Luftverkehrsteuer auf den Prüfstand und spürbar gesenkt werden.“

Tourismus ist auch eine soziale Frage

Nach Auffassung des DRV darf Reisen nicht zum Luxusgut werden. Urlaubsreisen haben auch eine soziale Komponente: Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erholung, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Lebensqualität vieler Menschen.
„Wenn Familien sich ihren Jahresurlaub nicht mehr leisten können, betrifft das nicht nur die Tourismuswirtschaft. Reisen fördert Erholung, persönliche Begegnungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Möglichkeit darf nicht durch überhöhte staatliche Belastungen eingeschränkt werden.“

Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken

Der DRV fordert deshalb eine Senkung der Luftverkehrsteuer sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Standortkosten im Luftverkehr. Ziel müsse es sein, die internationale Anbindung Deutschlands zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts zu stärken und bezahlbares Reisen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu ermöglichen.

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