Kreuzfahrtstandort Deutschland stärken

DRV fordert zügige Umsetzung der Nationalen Tourismusstrategie und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen

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Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat ein Positionspapier zur Stärkung des Kreuzfahrtstandorts Deutschland veröffentlicht und an den Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß, übergeben. Die Übergabe fand heute in Berlin anlässlich eines Treffens in der Landesvertretung Hamburg unter Beteiligung zahlreicher Führungskräfte der großen am Markt vertretenen Kreuzfahrtunternehmen statt. Der Verband hebt in seinem Positionspapier die hohe wirtschaftliche Relevanz der Hochsee- und Flusskreuzfahrt für den Tourismusstandort Deutschland hervor. Insgesamt gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Hochsee- und Flusskreuzfahrten rund 6,7 Mrd. Euro aus – ein Plus von acht Prozent. Damit sind Kreuzfahrten weiterhin Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft.

„Die Nationale Tourismusstrategie zeigt explizit die Notwendigkeit moderner, auf Nachhaltigkeit ausgerichteter, leistungsfähiger Häfen und deren Anbindung als wichtige Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, die erfolgreiche Umsetzung der nationalen Energie- und Klimaziele sowie den allgemeinen Wohlstand in Deutschland auf. Entscheidend ist nun eine zügige und konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen“, betont Felix Eichhorn, Präsident AIDA Cruises und DRV-Vizepräsident.

„Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen als Kreuzfahrtstandort“, ergänzt Benjamin Krumpen, Geschäftsführer Phoenix Reisen und Vorsitzender des Ausschusses Kreuzfahrt im DRV. „Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen Infrastruktur, politische Rahmenbedingungen und administrative Prozesse jedoch mit der Marktentwicklung Schritt halten. Schnelles politisches Handeln ist hier unabdingbar.“

Das extreme Niedrigwasser im Sommer 2026 zeigt eindrücklich, wie verwundbar die Flusskreuzfahrt gegenüber extremen Pegelständen und infrastrukturellen Engpässen ist. Auf Rhein, Mosel und Donau kam es zu erheblichen Einschränkungen. Reisen mussten umgeroutet, Ein- und Ausschiffungsorte verlegt, Schiffe gewechselt oder Teilstrecken durch zusätzliche Bustransfers ersetzt werden. Auch die Nutzbarkeit von Liegestellen und die sichere Ein- und Ausschiffung der Gäste sind bei extremen Pegelständen zunehmend beeinträchtigt.

Vor diesem Hintergrund müssen die von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger angekündigten weiteren Dialoge und Maßnahmen auch die besonderen Belange der Flusskreuzfahrt einbeziehen. Über die akute Krisenbewältigung hinaus müssen die Bundeswasserstraßen dauerhaft widerstandsfähiger gegen Niedrigwasser werden. Notwendig sind insbesondere die beschleunigte Umsetzung der Niedrigwassermaßnahmen am Mittelrhein, verlässliche Wasserstandsprognosen und europaweite Informationsangebote sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung für Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Wasserstraßen.

Der DRV betont, dass die Kreuzfahrt erheblich zur Wertschöpfung, Beschäftigung und internationalen Sichtbarkeit Deutschlands beiträgt. Angesichts eines dynamisch wachsenden internationalen Marktes eröffnen sich zahlreiche Chancen für deutsche Häfen.

Mit Blick auf die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung begrüßt die Reisewirtschaft ausdrücklich die gesetzten Ziele zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Ausbau der Infrastruktur sowie zum Abbau bürokratischer Hürden.

Das DRV-Positionspapier formuliert konkrete Handlungsfelder, darunter die Verbesserung der Verkehrsanbindung von Häfen, verstärkte Investitionen in Infrastruktur besonders für die Flusskreuzfahrt, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Technologien und klimafreundlicher Kraftstoffe. Diese Faktoren beeinflussten zunehmend die Standortentscheidungen internationaler Reedereien und die Attraktivität für Gäste.

Zudem wird die Bedeutung verlässlicher und international abgestimmter Rahmenbedingungen betont. Nur durch eine enge Verzahnung nationaler, europäischer und internationaler Regelwerke könne ein wettbewerbsfähiges Umfeld für die global agierende Kreuzfahrtbranche sichergestellt werden.

Die Branche appelliert an die Bundesregierung, die identifizierten Maßnahmen zeitnah aufzugreifen und gemeinsam mit Wirtschaft und Ländern umzusetzen.

Das vollständige Positionspapier steht auf drv.de im Themenbereich Kreuzfahrt zum Download zur Verfügung.

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