„Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“ – unter diesem Schwerpunktthema steht die EcoTrophea 2026 des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Die traditionsreiche internationale Auszeichnung für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Tourismus geht in diesem Jahr an HX Expeditions. Das Projekt „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ hat die sechsköpfige Jury rund um den Juryvorsitzenden Harald Zeiss, Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit im DRV und Professor für Tourismus an der Hochschule Harz in Wernigerode, in seiner Gesamtheit überzeugt. Neben dem Gewinnerprojekt waren Ecomapu Travel mit „Community-Based Tourism for Valparaiso“ und G Adventures mit „Trees for Days“ für die EcoTrophea 2026 nominiert.
„Nachhaltiger Tourismus gelingt dort, wo die Menschen vor Ort nicht nur beteiligt, sondern aktiv mitgestalten“, so Zeiss. „Das Gewinnerprojekt von HX Expeditions zeigt eindrucksvoll, wie die enge Einbindung der Inuit Communities touristische Angebote bereichert, lokale Wertschöpfung schafft und zugleich Mitbestimmung und kulturelle Selbstrepräsentation stärkt. Es verbindet wirtschaftliche Chancen mit sozialer und kultureller Verantwortung und zeigt damit, wie Tourismus gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltig gestaltet werden kann. Genau solche Ansätze macht die EcoTrophea sichtbar.“
„Diese Auszeichnung bestätigt unsere Überzeugung, dass echter nachhaltiger Tourismus gemeinsam mit den Menschen vor Ort beginnt“, erklärt Gebhard Rainer, Chief Executive Officer von HX Expeditions. „In der Nordwest-Passage geben wir Verantwortung und Mitbestimmung direkt in die Hände der Inuit-Communities. Wir sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, die mit jedem Besuch dieser Gebiete einhergeht. Deshalb wollen wir Tourismus so gestalten, dass die Menschen vor Ort nicht nur beteiligt werden, sondern auch unmittelbar von der wirtschaftlichen Wertschöpfung profitieren. Die EcoTrophea ermutigt uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen."
Das Gewinnerprojekt – Lokale Gemeinschaften gestalten Tourismus aktiv mit
Mit dem Projekt „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ setzt HX Expeditions in der kanadischen Arktis auf touristische Angebote, die gemeinsam mit den lokalen Inuit-Communities entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist es, die lokale Beteiligung an der touristischen Wertschöpfung zu stärken und Verantwortung sowie Mitbestimmung stärker in die Hände der Gemeinschaften vor Ort zu legen.
Die Gemeinden werden unmittelbar in die Gestaltung der Angebote und die Routenplanung einbezogen und direkt mit der Durchführung touristischer Leistungen beauftragt. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Teilhabe: Lokale Akteure entscheiden auch mit, wie ihre Kultur und ihr Wissen gegenüber Gästen vermittelt werden. Traditionelle Praktiken, Handwerk, Führungen zu Kulturerbestätten und mündliches Storytelling werden von Menschen aus den Communities selbst vermittelt.
Wie wirkungsvoll dieser Ansatz bereits ist, zeigen die ersten Ergebnisse: Für zwei Reisen durch die Northwest Passage im Sommer 2025 wurden rund 260.000 Euro Einnahmen für von den Gemeinden organisierte Aktivitäten erzielt. Weitere rund 77.000 Euro flossen über optionale, von der lokalen Community geleitete Ausflüge direkt an beteiligte Personen. Pro Community sind nach Angaben von HX Expeditions inzwischen 20 bis 30 Menschen unmittelbar eingebunden.
Die Jury würdigt insbesondere die Verbindung von lokaler Wertschöpfung, wirtschaftlicher Beteiligung und kultureller Selbstrepräsentation. „Das seit 2025 laufende Projekt befindet sich zwar noch in einer frühen Phase. Bereits heute zeigt es jedoch, wie touristische Wertschöpfungsstrukturen verändert und lokale Gemeinschaften zu aktiven Gestaltern des Tourismus werden können“, erläutert Harald Zeiss.
Die Jury-Entscheidung
Die Jury der EcoTrophea 2026 zeichnete einstimmig das Projekt „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ von HX Expeditions aus. Das Projekt erreichte dabei die höchste gewichtete Gesamtbewertung der Jurybewertungen.
Alle eingereichten Projekte wurden anhand der vier für die EcoTrophea 2026 veröffentlichten Kriterien und ihrer festgelegten Gewichtung bewertet: Herleitung und Umsetzung des Projekts mit 25 Prozent, wirtschaftlicher Nutzen mit 25 Prozent, soziale Beteiligung und Wirkung mit 30 Prozent sowie kulturelle Stärkung mit 20 Prozent. Bewertet wurde jeweils ausschließlich das eingereichte Projekt im Rahmen des Jahresthemas „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“, weder das Unternehmen noch die Organisation insgesamt. Maßgeblich für die Auswahl des Preisträgers war die gemeinsame Entscheidung der Jury.
EcoTrophea macht nachhaltige Tourismusprojekte sichtbar
Mit der EcoTrophea zeichnet der DRV seit vielen Jahren Projekte aus, die zeigen, wie Tourismus einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten kann. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausschreibung stehen Ansätze, bei denen lokale Akteure aktiv in die touristische Entwicklung einbezogen werden, regionale Wertschöpfung und soziale Teilhabe gestärkt sowie kulturelle Identität und lokale Traditionen erhalten werden. Die Jury bewertet die zum Jahresthema eingereichten Projekte jeweils nach einem festgelegten Kriterienkatalog.
Die Jury für die EcoTrophea 2026:
Neben dem Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit und Professor an der Hochschule Harz, sind in diesem Jahr folgende Experten in der Jury (in alphabethischer Reihenfolge):
Prof. Dr. Julia Beelitz, Professorin für ABWL und Nachhaltiges Tourismusmanagement, Hochschule Worms University of Applied Sciences, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit; Prof. Dr. Nicole Häusler, Professorin für Tourismusmanagement, International University Hamburg; Claudia Mitteneder, Geschäftsführerin Studienkreis für Tourismus und Entwicklung; Katrin Rieger, Bereichsdirektorin Reisevertrieb Deutschland, HanseMerkur Reiseversicherung, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit; Dr. Kurt von Storch, Geschäftsführer EuropeSpa, Mitglied des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit
Die Kriterien für die Vergabe der EcoTrophea 2026 zum Schwerpunktthema „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“:
Alle eingereichten Projekte werden anhand derselben Bewertungskriterien und Gewichtungen beurteilt.
- Herleitung und Umsetzung des Projekts (25 %)
Nachvollziehbare Herleitung und Umsetzung der Projektziele anhand konkreter Maßnahmen, quantitativer Ergebnisse soweit angegeben und der langfristigen Wirksamkeit des Projekts.
2. Wirtschaftlicher Nutzen (25 %)
Messbare wirtschaftliche Vorteile für die lokale Gemeinschaft anhand konkreter quantitativer Angaben, insbesondere zu geschaffenen Arbeitsplätzen, erzielten Einnahmen, dem Anteil lokaler Lieferanten, lokalen Eigentumsverhältnissen, den am Reiseziel verbleibenden Einnahmen sowie Investitionen in die lokale Infrastruktur und lokale Unternehmen.
3. Soziale Beteiligung und Wirkung (30 %)
Belegte aktive Beteiligung der lokalen Gemeinschaft und nachgewiesene soziale Wirkungen für die lokale Bevölkerung, insbesondere anhand der aktiven Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft in Planung, Entscheidungsfindung, Umsetzung und langfristige Steuerung des Projekts sowie anhand quantitativer Angaben zur Anzahl eingebundener Personen oder durchgeführter Maßnahmen.
4. Kulturelle Stärkung (20 %)
Nachvollziehbarer Beitrag des Projekts zum Erhalt, zur Stärkung oder Förderung lokaler Kultur, Traditionen, des kulturellen Erbes, des Handwerks, der Sprache oder der lokalen Identität anhand konkreter Beispiele zur Zusammenarbeit mit lokalen Kulturakteuren, zum Schutz von Kulturgütern sowie zu authentischen Besuchererlebnissen im Zusammenhang mit der lokalen Gemeinschaft.

