DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Tarifabschluss in der deutschen Reisebranche erzielt: Anhebung der Tarifgehälter und Ausbildungsvergütungen zum 1. April 2017 vereinbart

Stand: 23. Dezember 2016

Die DRV-TARIFGEMEINSCHAFT hat mit der Gewerkschaft ver.di einen neuen Gehaltstarifvertrag und eine neue Vereinbarung über die Vergütung für Auszubildende in der Reisebranche erzielt. Die Beschäftigten erhalten jeweils mit der Abrechnung für die Monate Januar und Juli 2017 eine Einmalzahlung in Höhe von jeweils 0,5 Prozent des individuellen Jahrestarifgehalts. Zum 1. April 2017 werden weiterhin die Tarifgehälter um 1,5 Prozent dauerhaft erhöht. Bei den Ausbildungsvergütungen vereinbarten die Tarifvertragsparteien eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungssätze. Beide Tarifvereinbarungen haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2017 und können erstmals zu diesem Zeitpunkt gekündigt werden.

Nach dem vorangegangenen Tarifabschluss vom 19. Mai 2015, mit dem damals eine ungewöhnlich lange tariflose Zeit und ausgesprochen schwierige Tarifverhandlungen beendet werden konnten, war zunächst versucht worden, eine Lösung für die von der Arbeitgeberseite gewünschte variable Vergütungskomponente im Vertriebsbereich zu regeln. Dies ist leider nicht gelungen. Unabhängig davon gewährt der neue Abschluss für alle Beschäftigten ein Gehaltsplus. Volker Fasbender, Geschäftsführer der DRV-TARIFGEMEINSCHAFT: „Mit diesem Abschluss ist neuerlich ein positives Zeichen für das Funktionieren der Tarifautonomie in unserer Branche gesetzt worden: Die Sozialpartner haben am Verhandlungstisch eine Tarifeinigung gefunden und trotz ungekündigten Tarifvertrags ein deutliches Zeichen für die Attraktivität der Branche gesetzt. Die Beschäftigten unserer Unternehmen erhalten eine angesichts der schwierigen Lage der Branche für unsere Mitglieder gerade noch verträgliche Gehaltserhöhung.“

Die DRV-TARIFGEMEINSCHAFT (DRV-T) vertritt als Arbeitgeberverband die Interessen ihrer Mitglieder aus der deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterbranche gegenüber dem Sozialpartner. Der Verband ist ein kompetenter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Tarifvereinbarungen. In umfangreichen Verhandlungen mit den Gewerkschaften wurden in den vergangenen Jahren modernisierte und flexible Tarifverträge vereinbart, die weitgehend in der gesamten Branche mit ihren über 70.000 Beschäftigten angewandt werden.

Keine Einigung über variable Vergütung für Vertriebsmitarbeiter

Stand: 26. Juli 2016

Am 26. Juli 2016 fand in Frankfurt eine Tarifverhandlung der DRV-TARIFGEMEINSCHAFT mit ver.di über die Neuausgestaltung einer variablen Vergütung für Vertriebsmitarbeiter statt. Nachdem sich die Tarifpartner in ihrem Tarifabschluss vom 19. Mai 2015 darauf verständigt hatten, dass die Arbeitgeberseite für die Neuausgestaltung eines variablen Vergütungssystems ein Volumen von 2% zur Verfügung stellt, war in neuen Verhandlungen nunmehr über die Verteilung dieses Volumens zu verhandeln. Für den Fall, dass eine Einigung über die Verteilung des Volumens innerhalb der gesetzten Frist nicht gelingt, hatten die Parteien bereits im Tarifabschluss vom 19. Mai 2015 vereinbart, dass das zur Verfügung gestellte Volumen ersatzlos entfällt. Diese Frist zur Einigungsfindung war wegen mehrerer Gespräche der Tarifvertragsparteien mehrmals verschoben worden, zuletzt auf den 31. Juli 2016.

Die Positionen zur Neuausgestaltung einer solchen variablen Vergütung lagen auch nach den vielen Gesprächen so weit auseinander, dass beide Tarifvertragsparteien keine Möglichkeit zu einer Einigung sahen. Während ver.di für die Ausgestaltung der variablen Vergütung auf in der Vergangenheit erreichte durchschnittliche Umsätze der einzelnen Mitarbeiter abstellen wollte, favorisierte die Arbeitgeberseite die Ansetzung eines zu überschreitenden Mindestumsatzes, in dem die jeweils aktuelle Kostensituation abgebildet ist. Die Arbeitgeberseite hatte hierzu zum einen ein Modell vorgeschlagen, in dem bei Überschreitung der Mindestumsatzgrenze eine variable Vergütung in Höhe der vollen 2 % gezahlt wird, nicht jedoch bei Unterschreitung. Der Rest des Topfes von 2% Gesamtvolumen würde danach zusätzlich an die „Überschreiter“ ausgeschüttet. Alternativ hatte die Arbeitgeberseite ein Modell vorgeschlagen, bei dem nach Überschreiten eines Mindestumsatzes eine Verprovisionierung ab dem ersten getätigten Euro an Umsatz erfolgen würde, in einem nach oben offenen System. Hierbei hätte die Arbeitgeberseite auch eine Überschreitung des Gesamtvolumens von 2% in Kauf genommen.

Während die Gewerkschaft ver.di bei der Ausgestaltung ihres variablen Vergütungssystems auf die Begünstigung möglichst vieler Vertriebsmitarbeiter (theoretisch sogar aller Mitarbeiter) zielte, sollten nach den von der Arbeitgeberseite vorgeschlagenen Modellen gerade diejenigen Mitarbeiter (und dann überdurchschnittlich) profitieren, deren Ergebnisse die auf sie entfallenden Kosten übertreffen. Im ersten Modell würde das zur Verfügung gestellte Volumen in voller Höhe ausgeschüttet, im zweiten Arbeitgebermodell gab es sogar die Möglichkeit, das Gesamtvolumen von 2% zu überschreiten.
In dieser grundsätzlichen Ausrichtung eines neuen variablen Vergütungssystems konnte letztlich keine Annäherung zwischen den Sozialpartnern erzielt werden. Die Gespräche zur variablen Vergütung wurden daher beidseitig für beendet erklärt. Gleichwohl machte die Arbeitgeberseite deutlich, dass sie am Flächentarifvertrag festhalten wolle. Der Gehaltstarifvertrag besteht  ungekündigt fort.

Ihr persönlicher Ansprechpartner

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Ihre persönliche Ansprechpartnerin

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