DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Veranstalterumsätze legen zu – Online mit höheren Wachstumsraten

„Wir leben in bewegten Zeiten, doch der Wunsch nach Urlaub ist bei den Deutschen ungebrochen hoch“, zieht Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), während der DRV-Jahrestagung in Ras Al Khaimah Bilanz für das Touristikjahr 2016/17 (Stichtag 31. Oktober 2017). Zahlreiche Urlaubsländer wie zum Beispiel Ägypten und Griechenland verzeichneten in diesem Jahr deutlich mehr Zuspruch und auch der Umsatz des Reiseveranstaltermarktes stieg nach Auswertungen des Marktforschungsunternehmens GfK wieder merklich an – und zwar um mindestens zwei Prozent. Dieser Anstieg beruht insbesondere auf einer wachstumsstarken Sommersaison 2017 mit einer Umsatzsteigerung von vier Prozent.

Diese erste GfK-Hochrechnung ist repräsentativ, umfasst jedoch noch nicht alle Segmente des deutschen Reisemarktes – zum Beispiel nicht den individuell organisierten Markt. „Wir gehen daher von einem insgesamt noch höheren Wachstum für den gesamten Touristikmarkt aus, wenn insbesondere auch die Kreuzfahrten, Buchungen über Call Center und bei kleineren Spezialveranstaltern vollumfänglich erfasst sind“, so Fiebig weiter. Das vollständige Abbild des Reisemarktes wird Ende Februar 2018 vorliegen.

Wichtigster Vertriebsweg bleiben 2017 die stationären Reisebüros. Allerdings verzeichnete der Onlinevertrieb sogenannter OTAs (Online Travel Agencies) und über die Reiseportale der Veranstalter mit plus 12 Prozent deutlich höhere Wachstumsraten. „Die meisten Kunden buchen ihre Veranstalterreisen im stationären Reisebüro, aber immer mehr Umsätze werden online bei den Veranstaltern direkt oder über Online-Reisebüros getätigt“, fasst Fiebig den Trend zusammen. Wie sich die Zahl der stationären Reisebüros und deren absolute Umsatzhöhe 2017 mit den beiden Segmenten Privat- und Geschäftsreisen entwickelt haben, wird ebenfalls im Februar 2018 feststehen und veröffentlicht. Eine erste Schätzung geht bei der Anzahl der Büros von einem stabilen Wert aus.

Ausblick: Vorausbuchungen für die neue Wintersaison 2017/18

Die bereits begonnene Wintersaison 2017/18 weist zum Buchungsstand Ende Oktober 2017 laut GfK-Auswertung kumuliert ein Umsatzplus von 2 Prozent auf. „Mit dieser positiven Tendenz blicken wir erwartungsvoll auf 2018 und rechnen auch für das Touristikjahr 2017/18 mit einem erneuten Plus“, so Fiebig.

Erläuterung zur Datenerhebung:
In die oben aufgezeigten Auswertungen der GfK (Travel Insights) fließen die Buchungsentwicklungen in stationären Reisebüros und auf Reiseportalen der Veranstalter sowie sogenannten OTAs (Online Travel Agencies) ein. Nicht enthalten sind Reisebuchungen in Callcentern sowie Direktbuchungen bei Leistungsträgern (Flug, Bahn, Hotel) und auf Produktportalen wie Booking oder Airbnb. Wenn von „Gesamtmarkt“ die Rede ist, umfasst dies im Wesentlichen den Markt der organisierten Veranstalterreisen. Im Kreuzfahrtensegment sind CRS-Buchungen enthalten.