DRV-Umfrage zeigt hohe Sensibilisierung der Branche

Die Ergebnisse der DRV-Umfrage zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus liegen vor. Sie zeigen, dass sich die Reisebranche ihrer Verantwortung für sozial verantwortlichen und nachhaltigen Tourismus bewusst ist. „Der Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourisums hat innerhalb der Branche große Bedeutung“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Alle DRV-Mitglieder waren kürzlich aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer kennen den Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus (Kinderschutzkodex). Etwa die Hälfte hat die soziale Verantwortung im Sinne von Menschenrechten und Kinderschutz im Leitbild ihres Unternehmens verankert. Weitere Unternehmen betrachten diese als Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie, auch wenn sie es nicht schriftlich formulieren.

Meldeplattform bekannter machen

Für einen wirksamen Kinderschutz ist die Sensibilisierung und Information der Reisenden/Kunden zum Thema sexuelle Ausbeutung in Urlaubsländern entscheidend. Knapp 40 Prozent der Umfrageteilnehmer tun dies derzeit aktiv. Sie nutzen dafür ihre Unternehmenswebsite und Reiseapps, Newsletter, Kundenmagazine, den Videospot „Witness“, Flyer und Postkarten, sowie Plakate und Rollups. Kernbotschaft aller Materialien ist der Hinweis auf die Meldeplattform Opens external link in new windowwww.nicht-wegsehen.net, auf der auf Wunsch anonym Hinweise und Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch von Kindern gemeldet werden können. 55 Prozent der Umfrageteilnehmer kennen die Meldeplattform bereits. Ziel des DRV ist es, sie noch bekannter zu machen.

DRV-Schulungsmaßnahmen zum Kinderschutz

Die Sensibilisierung der Branche ist hoch, aber es gibt noch viel zu tun. Großes Potential liegt in der Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter in den Branchenunternehmen. Nur etwa 35 Prozent der Unternehmen schulen derzeit ihre Mitarbeiter zum Schutz von Kindern vor sexualler Ausbeutung. Hier wird der DRV in Zukunft noch aktiver werden. Für Juni 2017 ist z.B. eine Schulung von Reisebüromitarbeitern im Raum München geplant.

Auch die Dienstleister in den Destinationen für das Thema Kinderschutz zu sensibilisieren und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit beobachteten Straftaten oder Verdachtsfällen zur Verfügung zu stellen, sehen fast alle Teilnehmer der Umfrage (95 Prozent) als wichtig an. Der DRV und die Mitglieder der DRV-Arbeitsgruppe Kinderschutz bieten jährlich einen Destination-Workshop zur Schulung von Mitarbeitern touristischer Leistungsträger in einem ausgewählten Zielgebiet an. Dieses Jahr findet der  Workshop im Oktober 2017 in Sri Lanka statt.

Hintergrund

Der DRV engagiert sich seit Jahren für Kinderschutz im Tourismus. „Nicht wegsehen“ ist die Botschaft einer länderübergreifenden Kampagne in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel ist es, Kinder in Urlaubsländern vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Dazu hat sich ein Bündnis aus Politik, Reisebranche und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gebildet. Es gründet auf der Zusammenarbeit der deutschen Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie für Wirtschaft und Technologie (BMWi), des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) in Österreich, des Staatssekretariats für Wirtschaftsfragen (SECO) in der Schweiz sowie der Kinderrechtsorganisation ECPAT und des Deutschen ReiseVerbandes (DRV). Kern der Kampagne ist ein kurzer und emotionaler Videofilm sowie die Meldeseite Opens external link in new windowwww.nicht-wegsehen.net. Den Film stellt der DRV kostenfrei zur Verfügung.