DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Ergebnisse der DRV-Reisebüroumfrage für die Anhörung

Zur Vorbereitung der Kampagne Opens external link in new windowreisebüros-schützen.de hat der Deutsche ReiseVerband (DRV) unter Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt. Rund 1800 Reisebüros haben daran teilgenommen. „Über den hohen Rücklauf unter den Reisebüros freuen wir uns sehr. Bei der Anhörung zur EU-Pauschalreiserichtlinie am kommenden Montag, 23. Januar, können wir uns damit auch auf belastbare Zahlen aus der Branche stützen“, so DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger.

Mithilfe der Umfragedaten kann der DRV den Fall belegen, dass neben der Buchung von Pauschalreisen die Vermittlung von mehreren Reisebausteinen ein häufiger Kundenwunsch ist. Demnach fragen Kunden am häufigsten drei bis fünf Reisebausteine an und lassen diese dann vom Reisebüro buchen. Genau solche Buchungen sollen aber in Zukunft erheblich schwieriger und bürokratischer werden. So wie der Gesetzestext zur Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie aktuell aussieht, macht er den Reisebüros große Probleme, weil er getrennte Bezahlvorgänge bei diesen sogenannten verbundenen Reiseleistungen vorsieht. Bei diesen verbundenen Reiseleistungen werden wie beschrieben auf Kundenwunsch verschiedene Reisebausteine (Flug, Hotel, Mietwagen etc) vermittelt. Für jeden Baustein muss der Kunde nach jetzigem Entwurf einzeln und separat bezahlen. „Das ist bürokratisch, praxisfern und droht die Kunden aus dem Reisebüro zu vertreiben“, so DRV-Hauptgeschäftsführer Inger.

Wenn sich bei der Ausgestaltung des vorliegenden Gesetzentwurfs nichts ändert, dann rechnen laut DRV-Umfrage über 90 Prozent der Reisebüros mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen. 88 Prozent der Reisebüros befürchten, dass durch die gesonderten Bezahlvorgänge bei verbundenen Reiseleistungen der bürokratische Mehraufwand immens steigen wird. 55 Prozent sagen sogar, dass der Verkauf scheitern wird, weil getrennte Bezahlvorgänge dem Kunden kaum vermittelbar sind.

Diese Ängste nimmt der DRV sehr ernst. Für den Verband ist klar: Es gibt rund 10.000 Reisebüros in Deutschland. Sie sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, schaffen Arbeitsplätze und sind fest in das Gemeindeleben integriert. „Wenn wir die Reisebürolandschaft in der heutigen Form erhalten wollen, muss die vorgesehene Regelung zu den Bezahlvorgängen endlich vom Tisch“, untermauert Inger die Forderung des DRV an die Abgeordneten, für das Thema getrennte Bezahlvorgänge eine Lösung zu finden. Denn auch rund 98 Prozent der an der Umfrage teilgenommenen Reisebüros befürchten, dass es mit der Regelung schwierig sein dürfte, das Geschäft am Leben zu halten.