DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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DRV legt Reisebürobarometer 2016 vor und liefert betriebswirtschaftliche Orientierungswerte

„Im Geschäftsjahr 2016 erzielten die Reisebürounternehmen aller Vergleichsgruppen ein positives Betriebsergebnis“, so Bernd Zillich, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Reisebürobarometer im Deutschen Reiseverband (DRV), anlässlich der Vorstellung des aktuellen DRV-Reisebürobarometers 2016 auf der Jahrestagung des Verbandes in Ras Al Khaimah. In diese einzigartige bundesweite Untersuchung fließen die betriebswirtschaftlichen Daten von 1.230 Reisebüros in Deutschland ein – aufgeteilt in verschiedene Größenklassen nach Anzahl der Vollbeschäftigten. „Die Kennziffern, die wir im Reisebürobarometer erheben, sind die Basis für den Erfolg eines jeden Unternehmens. Die Analyse zeigt detailliert mögliche Ansatzpunkte zur Ergebnisverbesserung im eigenen Unternehmen“, unterstreicht Zillich die Bedeutung des Reisebürobarometers für den Reisevertrieb. Eine stärkere betriebswirtschaftliche Orientierung der Reisebüros ist wichtig und sinnvoll. Hier liefert die Erhebung bedeutende Vergleichswerte pro Größenklasse zur eigenen Kontrolle. Neben der Erlösrendite sind dies Betriebsergebnis und Produktivität (Umsatz pro Mitarbeiter). So liegt der Richtwert für den Umsatz pro Mitarbeiter für kleine Reisebüros bei 799.000 Euro und für Großbetriebe bei 652.000 Euro. 

Die Erhebung zeigt, dass von den Umsätzen im Reisebüro nur etwas mehr als zehn Prozent zu Erlösen werden. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert. Der Gewinn nach Abzug des kalkulatorischen Unternehmerlohnes bei inhabergeführten Einzelfirmen bewegte sich dabei in einer Bandbreite von gut sieben Prozent bei den Reisebüros mit zwei bis drei Vollbeschäftigten bis über 13 Prozent bei den großen Reisebüros mit 20 oder mehr Mitarbeitern.

Die Erlösstrukturen werden – ebenso wie die Kostenstrukturen – maßgeblich durch die Größe der Büros beeinflusst: Bei „Kleinbetrieben“ mit weniger als fünf Beschäftigten ist der Touristikbereich die mit Abstand wichtigste Erlösquelle mit anteilig 70 Prozent. Auf den Flugbereich entfallen hier weniger als zehn Prozent der Erlöse. Eigenveranstaltungen sind in dieser Größenordnung ebenfalls von untergeordneter Bedeutung. Mit zunehmender Betriebsgröße verliert insbesondere die Touristik an Bedeutung. Demgegenüber nimmt das Gewicht der Segmente Flug, Eigenveranstaltungen und sonstige Erlöse wie zum Beispiel der Verkauf von Reiseversicherungen und Mietwagen zu. So zeigen sich bei den größten Reisebüros relativ ausgeglichene Strukturen: Auf den Bereich Flug entfallen hier rund 40 Prozent der Gesamterlöse, jeweils 30 Prozent auf die Touristik und sonstige.

Die Erkenntnisse des jüngsten DRV-Reisebürobarometers für das Jahr 2016 sowie eine zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse stehen unter drv.de zum Herunterladen zur Verfügung.

Hintergrund: Das DRV-Reisebürobarometer 

Das DRV-Reisebürobarometer ist ein vom DRV-Ausschuss Betriebswirtschaft initiiertes Projekt. Ziel ist es, betriebswirtschaftliche Fragen für Reisebüros zu analysieren und damit valide Vergleichsdaten zur Verfügung zu stellen. Unterteilt nach Größenklassen der Reisebüros liefert die Auswertung sowohl Informationen zur Umsatz-, Erlös- und Kostenstruktur als auch Hinweise auf Spartenrendite, Personalproduktivität und Betriebsergebnis. In das DRV- Reisebürobarometer fließen betriebswirtschaftliche Daten von mehr als 1.200 Reisebüros in Deutschland ein. Die Datenhäuser ACCON-RVS, DER, taa, TUI und ZIEL liefern die benötigten Daten. Ein Vergleich mit der amtlichen Umsatzsteuerstatistik zeigt, dass die Ergebnisse ein sehr gutes Abbild der Branche darstellen. Für das kommende Jahr ist geplant, auch den Einfluss des Systemstatus eines Reisebüros – also Franchise, Kooperation oder Kette – auf die Wirtschaftlichkeit zu untersuchen.