DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Branche wird mit neuem Reiserecht leben können

Der Präsident des Deutschen ReiseVerbands (DRV) Norbert Fiebig, die DRV-Vizepräsidenten Vertrieb, Ralf Hieke und Andreas Heimann, sowie die DRV-Vorstände Joachim Horn  und Oliver Wulf, bedanken sich bei den Reisebüros für ihre große Unterstützung.

„Ich bin sehr froh, dass die Anliegen der Reisebranche in den letzten Monaten von den Abgeordneten des Deutschen Bundestags gehört und verstanden worden sind. In der entscheidenden Phase des Gesetzgebungsprozesses hat sich insbesondere unsere gemeinsame Briefaktion ausgezahlt. Unser aller Dank gebührt den Reisebüros für die enorme Unterstützung“, sagt Norbert Fiebig. Anfang des Jahres hatte der DRV eine Briefaktion an die Parlamentarier initiiert, um nochmals auf die wesentlichen Fallstricke bei der geplanten Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht aufmerksam zu machen. Konkret ging es darum, getrennte Bezahlvorgänge bei der Vermittlung unterschiedlicher Reisebausteine zu verhindern. Reisebüros hatten mehr als 70.000 Briefe und Mails an die Bundestagsabgeordneten geschrieben.

Getrennte Bezahlvorgänge sind vom Tisch
„Unsere Briefaktion hat zehntausende Kolleginnen und Kollegen mobilisiert und war ein großer Erfolg. Der Gesetzesentwurf ist auch im Sinne unserer gemeinsamen Forderung geändert worden: Die getrennten Bezahlvorgänge sind vom Tisch“, sagt Ralf Hieke, der im DRV Vizepräsident für die mittelständischen Reisemittler ist. Er ergänzt: „Insgesamt wird sich durch die neuen Rechtsvorschriften die Komplexität im Reisevertrieb in allen Vertriebskanälen leider ohne Not weiter erhöhen. Doch wir werden damit leben können und – was viel wichtiger ist – auch als Reisebüros weiter bestehen bleiben.“

„Bei der Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie haben wir gemeinsam mit anderen großen Verbänden viele Verbesserungen erreicht“, resümiert Andreas Heimann, der im DRV die konzerngebundenen Reisemittler vertritt. Zu den Verbesserungen gehören insbesondere die Beibehaltung des Sicherungsscheins und das der Buchung vorangestellte, neutrale Beratungsgespräch – also die übliche Bedarfsermittlung zu Beginn eines Kundenbesuchs –, das verhindert, dass Reisebüros ungewollt in die Veranstalterhaftung geraten.

Keine ungewollte Veranstalterhaftung für Reisebüros
„Kein Reisebüro muss ungewollt in die Veranstalterhaftung rutschen. Dazu müssen nur einige, wenige Regeln befolgt werden“ präzisiert Oliver Wulf, der für die mittelständischen Reisemittler im DRV-Vorstand sitzt. Das neue Gesetz führt die Kategorie „Verbundene Reiseleistung“ neu ein. Reisebüros haben darüber mehr Informationspflichten, müssen sich aber nur im Fall eines Reisebüroinkassos gegen das eigene Insolvenzrisiko absichern. Wenn ein Reisebüro sicherstellen will, dass es eine „Verbundene Reiseleistung“ verkauft und damit kein Risiko hat, in die Veranstalterhaftung zu kommen, muss es bestimmte Punkte beachten:

•    Ein Reisebüro wird nicht allein durch das „Sprechen“ über mögliche Leistungskombinationen zum Veranstalter. Das sogenannte „neutrale Beratungsgespräch“ ist zulässig.
•    Leistungen müssen separat ausgewählt und separat gebucht werden.
•    Das Reisebüro muss darauf achten, keine Gesamtrechnung für alle Leistungen gebündelt auszustellen.
•    Eine gemeinsame Bezahlung der Leistungen ist möglich, solange Auswahl, Buchung und Rechnungstellung separat erfolgen.

Branchenprojekt bereitet auf die Umsetzung vor
Der Deutsche ReiseVerband steht den Reisebüros auch künftig mit Rat und Tat zur Seite. „Die Reisebüros stehen vor einer großen Herausforderung, aber wir werden sie meistern. Der DRV hat dafür bereits entsprechende Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen über 60 Branchenexperten mitarbeiten“, erklärt Andreas Heimann. Fünf Arbeitsgruppen im DRV analysieren schon seit Ende 2016 die Auswirkungen der neuen Rechtslage auf die Branche. Daraus werden Empfehlungen für die Umsetzung in der Praxis abgeleitet. Diese Empfehlungen werden künftig eine solide Grundlage für alle Vertriebsaktivitäten bieten. „Der DRV unterstützt den Reisevertrieb dabei, sich professionell auf die Veränderungen und gesteigerten Anforderungen vorzubereiten und den Kunden auch zukünftig die gleichen Leistungen anzubieten“ resümiert Joachim Horn, DRV-Vorstand für die mittelständischen Reisemittler.

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