DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Tourismus als Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung

Bulgarien hat im europäischen Vergleich die niedrigste Wirtschaftsleistung pro Kopf. Doch das Land erlebt derzeit leichten Aufschwung, die Wirtschaft gewinnt zunehmend an Fahrt. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Tourismus. Für den Sommer 2017 haben deutlich mehr Deutsche ihren Urlaub dorthin geplant. Wichtigstes Zielgebiet ist dabei die Schwarzmeerküste mit dem Goldstrand.

Starkes Wachstum

Mit einem Beitrag von 13 Prozent zur Gesamtwirtschaft gehört der Tourismussektor zu den tragenden Säulen der bulgarischen Wirtschaft. Rund jeder achte Beschäftigte arbeitet in Gastronomie, Hotellerie oder tourismusnahen Dienstleistungen. Und die Bedeutung des Sektors nimmt weiter zu: Bulgarien verzeichnete
2016 erstmals mehr als acht Millionen Touristen und gehört zu den größten Wachstumsdestinationen in Europa. Auch wegen steigender Zahlen von deutschen Reisenden: Im vergangenen Jahr reiste rund eine Million Bundesbürger nach Bulgarien, ein Plus von über 20 Prozent gegenüber 2012. Deutschland gehört damit zu den vier wichtigsten Entsendeländern, nur noch übertroffen von Bulgariens Nachbarländern Griechenland, Rumänien und der Türkei.

Zielgerichtete Strategie

Um das Wachstum möglichst nachhaltig zu gestalten, verfolgt die Regierung drei zentrale Ansätze:

 

  • Touristisches Niveau heben: Weite Teile der touristischen Infrastruktur und viele Angebote stammen noch aus sozialistischen Zeiten. Die Regierung will das Niveau gezielt heben, unter anderem über Zusammenarbeit mit internationalen Investoren. Unterstützung kommt von der EU – bis 2020 fließt rund eine Milliarde Euro in die Erschließung des touristischen Potenzials.
  • Nachhaltige Tourismusformate ausbauen: Mehr als vier Prozent der Fläche Bulgariens sind Naturschutz- oder Nationalparks – rund doppelt so viel wie in Deutschland. Hinzu kommen zahlreiche Kultur- und Naturerbestätten. Dieses Potenzial will die Regierung für sanfte Tourismusformate nutzen – zum Beispiel
    über das internationale Donaukompetenzzentrum (DCC), in dessen Rahmen Qualitätsstandards und Angebote entwickelt werden.
  • Breitere Angebote schaffen: Aufgrund seiner 300 Kilometer langen Schwarzmeerküste war Bulgarien lange hauptsächlich als Sommerdestination bekannt. Kooperationen von Regierung, Lokalvertretern und Tourismusbranche tragen aber dazu bei, dass auch andere Landesteile und Reisezeiten attraktiv werden. Mit Erfolg – so verzeichneten etwa die bulgarischen Skigebiete im vergangenen Winter ein Plus von 46 Prozent Winterurlauber aus Deutschland.