DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Touristischer Wahlcheck für Bayern und Hessen

Im Oktober sind Landtagswahlen in Bayern und Hessen. Für den Wahlcheck des Deutschen Reiseverbands wurden Parteien in Bayern und Hessen gebeten, zu den Forderungen der Branche Stellung zu nehmen. Erstes Ergebnis: Alle befragten Parteien sind sich der gesellschaftlichen Bedeutung und des ökonomischen Potentials der Reisewirtschaft bewusst. Ein Abgleich mit den Forderungen der Reisewirtschaft ergibt jedoch Unterschiede.

Weg mit der Urlaubssteuer
Die Reisebranche fordert die Abschaffung der Urlaubssteuer – also der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung beim Hoteleinkauf der Reiseveranstalter. Vertreter von Union, Grünen, FDP und Freien Wählern stützen diese Forderung. Die SPD ist bezüglich einer politischen Intervention zurückhaltender. DIE LINKE Hessen befürchtet für diesen Fall eine Schwächung der kommunalen Finanzen und setzt stattdessen auf eine „Tourismusförderung für Urlaub in der Region“.

Flexible Öffnungszeiten für Call Center
Seit Jahren kämpft die Reisewirtschaft für flexible Sonn- und Feiertagsregelungen für Call Center. Denn nur so können Reiseveranstalter ihre Gäste auch am Wochenende umfassend betreuen. Doch in Hessen sehen SPD, Grüne und DIE LINKE dies überaus kritisch und auch die Union hält sich mit einer Aussage zurück. Nur die hessische FDP betont die Notwendigkeit flexibler Lösungen, „wenn auch Sonntagsarbeit die Ausnahme bleiben“ sollte. In Bayern spricht sich die FDP dagegen sehr viel dezidierter für die Sonn- und Feiertagsarbeit in Call Centern aus. Ein ähnliches Bild findet man bei den Freien Wählern. SPD und Grüne in Bayern lehnen die Forderung nicht gänzlich ab – die Parteikollegen in Hessen hingegen schon. CSU und DIE LINKE sind in beiden Ländern in ihrer ablehnenden Haltung deutlich.
 
Lockerung von Nachtflugverboten
Bayern und Hessen beheimaten mit München und Frankfurt internationale Flughäfen. Für deren Wettbewerbsfähigkeit ist es notwendig, Nachtflugverbote vorsichtig zu lockern. Aber auch Charterflüge sind auf die Tagesrand- und Nachtzeiten angewiesen, um wirtschaftlich sein zu können. In Bayern und Hessen spricht sich nur die FDP für eine wirtschaftsfreundliche Lösung aus. Entschiedener Widerstand kommt von den Freien Wählern, den Grünen und DIE LINKE, während sich Bayern-SPD und CSU neutral positionieren. In Hessen sind die Sozialdemokraten und Grünen strikt gegen eine Lockerung der Flugverbote.

Ihr Ansprechpartner

Volker Adams
Leiter Politik
T +4930 2840645
adams​[at]​drv.de

 

Ihre Ansprechpartnerin

Alexandra Wolframm
Europabeauftragte
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wolframm​[at]​drv.de