DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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EU-Pauschalreiserichtlinie ist Thema des Tourismusausschusses

Der Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages hat sich am Mittwoch, den 19. Oktober im Rahmen einer Expertenanhörung mit der EU-Pauschalreiserichtlinie befasst. Die Mitglieder des Tourismusausschusses wollten sich ein Bild über die Vorschläge zur Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht machen. Als Experten waren neben DRV-Präsident Norbert Fiebig, Hauptgeschäftsführerin Claudia Gilles vom Deutschen Tourismusverband (DTV), Manuel Molina, Geschäftsführer der Reisebürokooperation TSS, Dr. Ulrike Regele als Referatsleiterin Tourismus des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sowie Felix Methmann, Referent bei der Verbraucherzentrale Bundesverband geladen. Des Weiteren nahmen die Parlamentarischen Staatssekretäre (PStS) Ulrich Kelber (Bundesjustizministerium) und Iris Gleicke (Bundeswirtschaftsministerium) teil.

Die Verbandsvertreter und der Reisebüro-Experte bekamen die Gelegenheit, den Abgeordneten die potentiellen Folgen des ursprünglichen Referentenentwurfs darzulegen. Dabei betonte DRV-Präsident Fiebig insbesondere die Praxisferne der bisherigen Vorschläge in Bezug auf die Vermittlung der Verbundenen Reiseleistungen. Die Abgeordneten äußerten diesbezüglich ihr Unverständnis und sicherten der Branche ihre volle Unterstützung zu. Gleichzeitig bekräftigten PStS Kelber und PStS Gleicke alles daran zu setzen, eine verträgliche Lösung für das von DRV-Präsident Fiebig geschilderte Problem zu suchen. Man habe den Regierungsentwurf bereits soweit modifiziert, dass die rechtlichen Probleme bei der Definition der Verbundenen Reiseleistungen durch das optionale Vorschalten eines neutralen Beratungsgesprächs gebannt seien. Zudem werde Staatssekretar Gerd Billen aus dem Bundesjustizministerium am 25. Oktober in Brüssel die Möglichkeiten ausloten, den bürokratischen Buchungs- und Bezahlvorgang praktikabler zu gestalten. Zuvor hatte Reisebüroexperte Molina vor den Folgen gewarnt: Wenn der Entwurf in der bisherigen Form Gesetz werde, dann seien 50 Prozent der kleinen und mittelgroßen Reisebüros in Deutschland vom Verschwinden bedroht. " In keinem anderen Land gebe es ein so dichtes Netz wie hier, für das ein unverändert hoher Bedarf bestehe. Diese Schilderung nahmen die Parlamentarier mit Interesse zur Kenntnis.

DRV-Präsident Fiebig resümiert: „Es ist erfreulich zu sehen, dass die Branche in der Frage der EU-Pauschalreiserichtlinie von Seiten der Parlamentarier ein solches Maß an Unterstützung signalisiert bekommen hat. Zugleich ist es überaus positiv, dass die Bundesregierung unsere Sorgen und Ängste ernst nimmt und unsere Suche nach einer praktikablen Lösung unterstützt. Dies stellte sich vor wenigen Monaten noch völlig anders dar. Unsere unaufgeregte und systematische Herangehensweise an die Herausforderung „Pauschalreise“ zahlt sich aus.“