DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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DRV veranstaltet Kinderschutz-Workshops in Sri Lanka

© DRV

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Der Missbrauch von Kindern im Urlaub darf kein Tabuthema sein. Gegen diese besonders menschenverachtende Form sexueller Ausbeutung geht die Reisebranche jetzt noch gezielter vor als bislang und intensiviert die Maßnahmen in besonders betroffenen Ländern. Dazu gehört auch Sri Lanka – hier hat der Deutsche ReiseVerband (DRV) jetzt in den vergangenen Tagen einen Destination Workshop für den Kinderschutz im Ausland durchgeführt.

In Kooperation mit ECPAT, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung, fanden am 2. Oktober 2017 in Negombo und am 4. Oktober 2017 in Galle zwei ganztägige Workshops zum Thema Kinderschutz statt. Insgesamt nahmen über 80 Vertreter von Reiseveranstaltern, Incoming-Agenturen, Hotels und Kinderschutzorganisationen Sri Lankas teil.

Der deutsche Botschafter in Colombo, Jörn Rohde, betonte bei seiner Begrüßung der Teilnehmer die enorme Bedeutung des Kinderschutzes und die Verantwortung der Mitarbeiter bei touristischen Einrichtungen – wie etwa Hotels –, Verdachtsfälle zu erkennen und zu melden. Denn laut einer Studie von ECPAT sind die meisten Täterinnen und Täter keine Pädophilen, sondern so genannte Gelegenheitstäter, welche ein Kind missbrauchen, weil sich ihnen die Möglichkeit dazu bietet.

Der richtige Umgang mit Verdachtsfällen

Ziel der Workshops war es, die Mitarbeiter touristischer Einrichtungen in Sri Lanka für das Thema zu sensibilisieren. Gemeinsam mit Vertretern der lokalen Behörden und den deutschen Trainern erörterten die Teilnehmer Fragestellungen zum Kinderschutz und erhielten konkrete Handlungsempfehlungen, wie sie mit Verdachtsfällen umgehen. Die Teilnehmer der Workshops wurden darüber hinaus über gesetzliche Grundlagen und Möglichkeiten der Strafverfolgung sowie den Kinderschutzkodex und seine Einbindung in das eigene Unternehmen anhand von einfach umzusetzenden Maßnahmen informiert.

Netzwerkabend mit deutscher Botschaft und Ministerien Sri Lankas

Zusätzlich zu den Schulungen veranstaltete der DRV am 2. Oktober einen Netzwerk-Abend für Repräsentanten aus dem Ministerium für Frauen und Kinder, der Sri Lanka Tourism Development Authority, großer Tourismusunternehmen und nationaler Kinderschutzorganisationen. Vorrangiges Ziel war hier der gegenseitige Austausch und die nachhaltige Vernetzung der Personen und Institutionen untereinander.

Hintergrund:

Eine 2016 von ECPAT International veröffentlichte globale Studie zur sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zeigt, dass mehr Kinder als je zuvor von sexueller Ausbeutung betroffen sind und dass das Phänomen in allen Teilen der Welt auftritt. Das Internet und mobile Technologien haben die Zunahme der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus zusätzlich verstärkt. Täter nutzen bewusst die Anonymität im Netz und im Ausland für die Ausübung von Straftaten. Es entstehen neue Formen von Ausbeutung. Hierbei spielt nicht selten die touristische Infrastruktur wie zum Beispiel Hotels und Transportunternehmen eine Rolle.

Um einen Beitrag zu leisten, die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen im Tourismus einzudämmen, setzt sich der DRV aktiv für den Kinderschutz ein und veranstaltet bereits seit 2003 Workshops für Touristiker. Erklärtes Ziel ist es, Mitarbeiter u. a. von Hotels, Incoming-Unternehmen, Reiseveranstaltern und Transportunternehmen in den Urlaubsländern für das Thema zu sensibilisieren und mit ihrer Hilfe Kinder vor sexueller Ausbeutung zu schützen. In den vergangenen Jahren wurden bereits in Bulgarien, Deutschland, der Dominikanischen Republik, Kenia, Thailand und Vietnam erfolgreich Destination Workshops veranstaltet.

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, UNICEF, werden weltweit etwa zwei Millionen Mädchen und Jungen schon in frühester Kindheit sexuell ausgebeutet. Mit den weltweiten Schulungen unterstreicht der führende deutsche Branchenverband der Touristik den Willen, mit vereinten Kräften gegen die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger im Tourismus vorzugehen. Mehr zum Engagement des DRV für den Kinderschutz unter www.drv.de/engagement/kinderschutz