Übersicht Reiseverkehrskaufleute vs. Tourismuskaufleute

Neues Berufsbild:
Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen)/
Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen)
Ein Vergleich der bisherigen und neuen Ausbildungsordnung ist nur bedingt möglich, da sich
der Aufbau erheblich unterscheidet. Damit die Veränderungen aber besser sichtbar werden,
wurden die Berufsbildpositionen (Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten) aus der alten
Ausbildungsordnung der neuen Struktur zugeordnet.
Die wesentlichen Änderungen im Überblick:
Ausbildungsordnung von 2005
(gültig bis 31. Juli 2011)
Ausbildungsordnung von 2011
(gültig ab 1. August 2011)
Berufsbezeichnung
Reiseverkehrskaufmann/
Reiseverkehrskauffrau
Tourismuskaufmann
(Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen)/
Tourismuskauffrau
(Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen)
Hinweis
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umfassend ab. Es wird ein Schwerpunkt auf die Verkehrsträger suggeriert, der in dieser Form heute nicht mehr
gegeben ist.
Die Tourismusbranche beinhaltet Reisen ins In- und Ausland von Privat- und Geschäftsreisenden, aber auch
weitere Freizeitaktivitäten. In all diesen Tätigkeitsfeldern arbeiten Reiseverkehrskaufleute und die zukünftigen
Tourismuskaufleute.
Ausbildungsstruktur
Einsatzgebiete
Reiseveranstaltung
Reisevermittlung Touristik
Reisevermittlung Beförderung
Wahlqualifikationen
Reisevermittlung
Reiseveranstaltung
Geschäftsreisen
Hinweis
In der alten Ausbildungsordnung gab es drei Einsatzgebiete, die nun Wahlqualifikationen heißen. Im neuen Be-
rufsbild wird das Einsatzgebiet Beförderung gegen Geschäftsreisen getauscht. An der Art der Vermittlung der
Inhalte wird sich nichts ändern.
Für die Auszubildenden ergibt sich der Vorteil, dass sie wählen können, ob zusätzlich (freiwillig) gewählte Wahl-
qualifikation geprüft werden sollen. Dies wird als Zusatzqualifikation bezeichnet. Aufgrund dieser Möglichkeit
heißen Einsatzgebiete nun Wahlqualifikationen.
Der Ausbildungsbetrieb entscheidet, welche Wahlqualifikationen angeboten werden können. Dieses Modell gibt
es in vielen anderen Berufen wie beispielsweise bei den Kaufleuten für Tourismus und Freizeit.
Neues Berufsbild:
Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen)/
Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen)
Überblick der wesentlichen Änderungen
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Inhalte Abschnitt A:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
in den Pflichtqualifikationseinheiten
Gestaltung von Produkten und Leistungen
Zielgebiete
Verkehrsträger- und Beherbergungsbereich
Pauschalreisen
Individuelle Reisen, Gruppenreisen
Tourismusspezifische Systematik
Destinationen
Produkte und Leistungen
Eigenveranstaltungen
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte im Tourismus
Ziel
Die Vermittlung von Destinationskenntnissen soll zukünftig noch stärker mit den Leistungen von Produkten erfol-
gen. Geographiekenntnisse sind wichtig für eine Produktion oder Vermittlung von Reisen. Jedoch sollen diese
Kenntnisse immer unter  Auszubil-
dende müssen bereits in der Ausbildung die higkeiten erlangen, sich auch nach Abschluss der Ausbildung
stetig weitere Geographie- und Produktkenntnisse anzueignen.
In der Ausbildungsordnung wird nur noch von Einzelveranstaltungen gesprochen und nicht mehr von Pauschal-
reisen. Damit werden alle Reisearten abgedeckt und die aktuellen Marktveränderungen (Bausteinreisen, Dyna-
mic Packaging, X-Produkte etc.) werden jederzeit abgedeckt.
Die Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen und Umweltaspekten soll nicht nur bei der Produkterstellung berück-
sichtigt werden, sondern auch im Kundengespräch Anwendung finden.
Touristisches Marketing
Marketing
Marktanalyse und Marketingmaßnahmen
Werbung und Verkaufsförderung
Vertriebs- und Absatzkanäle
Öffentlichkeitsarbeit
Ziel
Marketingaktivitäten nehmen in allen Unternehmen aufgrund des hohen Wettbewerbs immer mehr zu. Daher
nehmen die Bereiche der Marktanalyse und Marketingmaßnahmen einen höheren Stellenwert als bisher ein. Ein
weiterer Fokus liegt auf der Werbung und Verkaufsförderung. Insbesondere Reisebüros müssen ihre Marketing-
aktivitäten an die modernen Möglichkeiten anpassen und verstärken. Nur so können sie ihren Mehrwert und
ihren USP dem Kunden gegenüber vermarkten und Kunden gewinnen. Die Maßnahmenentwicklung zur Kun-
dengewinnung und -bindung wurde in der Ausbildung bisher nicht im erforderlichen Maß berücksichtigt.
Die neuen Medien haben die Vertriebsstrukturen komplett verändert. Ende der neunziger Jahre gab es noch
keine Buchungsmöglichkeiten über das Handy und Internet. Zudem gab es auch keine Preisdifferenzierung von
Einzelleistungen zwischen den Vertriebskanälen. Daher muss eine verstärkte Vermittlung mit dem Umgang von
Vertriebs- und Absatzkanälen erfolgen, um somit den Markterfordernissen gerecht zu werden.
Kommunikation, Kundenberatung und Verkauf
Kundenberatung und Verkauf
Kommunikation
Kooperation
Anwenden einer Fremdsprache bei Fachaufgaben
Kundenorientierte Kundenberatung und Verkauf
Beschwerdemanagement
Anwenden einer Fremdsprache bei Fachaufgaben
Ziel
Aufgrund der neuen Informationsmedien ist der Kunde heute oftmals bereits bestens informiert, bevor er sich im
Reisebüro informiert. Um einen Kunden zu gewinnen und das Gespräch erfolgreich mit einer Buchung abzu-
schließen, ist Kommunikationsgeschick erforderlich. Dies ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Ausbildung.
Die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Informations-, Beratungs- und Verkaufsgesprächen steht im
Vordergrund, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden.
Auszubildende mit der Wahlqualifikation Reisevermittlung erhalten zusätzlich vertiefende Kenntnisse zu Kun-
dengesprächen vermittelt, um diese Fähigkeiten zu intensivieren. Die Vermittlung erfolgt integrativ und somit
vom Anfang bis zum Ende der Ausbildung.
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Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen)/
Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen)
Überblick der wesentlichen Änderungen
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Service und Qualität
Serviceleistungen
Qualitätssicherung im Service
Ziel
Touristische Fachkräfte müssen sich verstärkt als Service- bzw. Dienstleistungspartner sehen und daher wurden
erstmals diese Fähigkeiten und Kenntnisse in einer eigenen Berufsbildposition in die Ausbildungsordnung auf-
genommen. Gute Serviceleistungen erhöhen den betrieblichen Erfolg und gehören somit zu wichtigen Fähigkei-
ten, die bereits in der Ausbildung vermittelt werden müssen. Die Kundenzufriedenheit und -bindung nimmt immer
mehr an Bedeutung zu.
Dazu gehört auch, die Arbeitsprozesse im Betrieb zu analysieren und zu verbessern. Die Fähigkeit, eine eigene
Qualitätskontrolle durchzuführen, muss bereits während der Ausbildung vermittelt werden.
Rechtliche Grundlagen des Tourismus
Rechtliche Grundlagen
Vertragsrecht
Reise- und Beförderungsrecht
Ziel
Die rechtlichen Grundlagen wurden um den Bereich Vertragsrecht erweitert. Touristische Fachkräfte überneh-
men auch Tätigkeitsfelder, die nicht nur vom Reise- und Beförderungsrecht geprägt sind (z.B. Arbeits-, Kauf-
oder Mietvertrag).
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
Kosten- und Leistungsrechnung
Controlling
Rechnerische Abwicklung und Zahlungsverkehr
Kosten- und Leistungsrechnung
Kaufmännische Steuerung
Unternehmerisches Handeln
Ziel
Bisher wurden detaillierte Kenntnisse im Bereich Buchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung vermittelt. Da in
größeren Betrieben in der Regel Buchhaltungskräfte tätig sind bzw. kleinere Unternehmen oftmals mit Abrech-
nungsgesellschaften zusammenarbeiten, wurde der Fokus auf die Steuerung und Kontrolle gelegt. Um eine
kaufmännische Steuerung und Kontrolle durchführen zu können, muss das Prinzip der Buchhaltung, Kosten- und
Leistungsrechnung und Jahresabschluss vermittelt werden. Eine detaillierte eigenständige Buchung ist nicht
mehr notwendig.
Der Schwerpunkt in diesem Bereich liegt auf der Interpretation der Ergebnisse, um somit Kalkulationen durchzu-
führen und betriebliche Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente anzuwenden.
Die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken des unternehmerischen Handelns sollen
vermittelt werden, damit die Fachkräfte lernen, dass ihr Handeln sich auf den Erfolg des Unternehmens auswirkt.
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Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen)
Überblick der wesentlichen Änderungen
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Inhalte Abschnitt B:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
in den Wahlqualifikationseinheiten
Reisevermittlung
Vorbereitung und Planung
Verkauf
Nachbereitung und Service
Ziel
Insbesondere die Tätigkeiten der Reisevermittlung sollen vertieft vermittelt werden.
Reiseveranstaltung
Vorbereitung und Nachbereitung
Leistungseinkauf und Vertragsgestaltung
Vertriebsmedien und -kanäle
Kundenservice
Ziel
Insbesondere die Tätigkeiten der Reiseveranstaltung sollen vertieft vermittelt werden.
Geschäftsreisen
Planung und Organisation
Reservierung und Buchung
Reisekostenabrechnung
Ziel
Insbesondere die Tätigkeiten der Organisation von Geschäftsreisen sollen vertieft vermittelt werden.
Inhalte Abschnitt C:
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Der Ausbildungsbetrieb
Stellung, Rechtsform, Struktur
Berufsbildung, Kompetenzen der Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen
Personalwirtschaft
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Umweltschutz
Stellung, Rechtsform, Struktur des Ausbildungsbe-
triebes
Berufsbildung, arbeits- und sozialrechtliche
Grundlagen, Personalwirtschaft
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Umweltschutz
Die integrativen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zum Ausbildungsbetrieb haben sich im Wesentlichen
nicht verändert.
Arbeitsorganisation
Informations- und Kommunikationssysteme
Datenschutz und Datensicherheit
Arbeitsorganisation
Informations- und Datenkommunikationstechniken
Kommunikation und Kooperation
Die integrativen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zur Arbeitsorganisation, Informations- und Kommuni-
kationstechniken haben sich im Wesentlichen nicht verändert.