DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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Weitere Flexibilisierung des Flächentarifvertrages - Stärkere Berücksichtigung der Leistung und des Unternehmenserfolges bei der Entgeltfindung - Moderate Entgeltanhebungen mit langer Laufzeit

Unter Vorsitz des Schlichters, Dr. Hans Friedrich Eisemann, Präsident des Landesarbeitsgerichts Brandenburg, konnte am 6. Juni 2005 in Frankfurt am Main durch einstimmigen Schlichtungs-spruch ein Tarifergebnis zur Touristik-Tarifrunde 2005/06 gefunden werden.

Der Gehaltstarifvertrag, der Manteltarifvertrag, der Tarifvertrag zur Be-schäftigungssicherung und die Vereinbarung über die Vergütung für Auszubildende wurden dabei inhaltlich teilweise modifiziert und neu in Kraft gesetzt. Dabei konnten wichtige Flexibilisierungsmöglichkeiten beim variablen Monatsentgelt und bei der betrieblichen Sonderzahlung vereinbart werden. Individuelle Leistungen können stärker als bisher in die Vergütungssystematik einbezogen werden, die rein zeitabhängige Erhöhung der Vergütung in der Stufe 5 der Beschäftigungsgruppen wird durch eine Leistungsbeurteilungskomponente ersetzt.

Nach einer erhöhungsfreien Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2005 enthält der Tarifabschluss eine Anhebung der Gehälter um 1,4 Prozent ab 1. Juli 2005 und um weitere 1,4 Prozent ab 1. Juli 2006. Die Laufzeit reicht bis zum 30. Juni 2007 und beträgt damit 30 Monate. Zu den oben genannten Zeitpunkten werden zwei Einmalzahlungen in Höhe von 300 Euro und 150 Euro fällig, nicht aber im Vertrieb, das heißt in den Reise-büros und in der Geschäftsreise oder in Unternehmen mit negativem Betriebsergebnis. Die Ausbildungsvergütungen werden um jeweils 2 Prozent erhöht.

„Tarifpolitisch war es uns im Interesse unserer Mitgliedsunternehmen sehr wichtig, die Entgeltbemessung stärker mit der persönlichen Leis-tung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verknüpfen. Starre oder automatische Sonderzahlungen und Entgeltsprünge werden den Erfor-dernissen unserer Branche nicht mehr gerecht und müssen verändert werden“, kommentierte Volker Fasbender, Geschäftsführer und Verhandlungsführer der DRV-Tarifgemeinschaft (DRV-T), das Verhandlungsergebnis. „Zusammen mit der Abkoppelung der Stufe 5 von der reinen Zeitautomatik und der langen Laufzeit des Tarifvertrages ist ein gerade noch vertretbarer Kompromiss erreicht worden.“

Der einstimmig gefundene Schlichtungsspruch hat die Wirkung eines Tarifvertrages. Damit ist die Tarifrunde der Touristik-Branche nach mehr als eineinhalbjährigen Verhandlungen durch die Schlichtung beendet worden.

Hintergrund: Die DRV-Tarifgemeinschaft vertritt als Arbeitgeberverband die Interessen ihrer 110 Mitglieder mit rund 17.000 Beschäftigten aus der deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Branche gegenüber dem Sozialpartner. In umfangreichen Verhandlungen mit der Ge-werkschaftsseite wurden in den vergangenen Jahren stark modernisierte und flexible Tarifverträge vereinbart, die weitgehend in der gesamten Branche mit ihren über 70.000 Beschäftigten angewandt werden. Von der DRV-T ausgehandelte Tarifabschlüsse sind allerdings ausschließlich für deren Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch für alle Mitglieder des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbands, bindend.