DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
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DRV-Reisebürobarometer 2015: mehr Touristik, weniger Flug

Die Auswertungen des DRV-Reisebarometers 2015 sind gerade fertiggestellt, jetzt liegt die Studie des Deutschen ReiseVerbandes (DRV) über die Wirtschaftlichkeit im stationären Vertrieb vor. In diesen Betriebsvergleich fließen die Daten von 1.241 Reisebüros ein. Die Auswertung für das vergangene Jahr (Daten für 2016 werden Mitte nächsten Jahres vorliegen) belegt: Der Anteil des Verkaufs von Touristikprodukten am gesamten Umsatz eines Reisebüros hat im Vergleich von 2014 auf 2015 zugenommen, während der Umsatzanteil des Fluggeschäftes abgenommen hat. Dies gilt übergreifend für den größten Teil der Büros – einzig bei Büros mit zehn bis 20 Vollbeschäftigten ist der Anteil des Flugumsatzes von 2014 auf 2015 leicht gestiegen.

Mit der Auswertung der wirtschaftlichen Ergebnisse im Reisevertrieb – etwa der Umsatzrendite, dem Erlös oder der Kosten – stellt der Branchenverband dem stationären Vertrieb aussagefähige Vergleichsdaten zur Verfügung. Zwei positive Entwicklungstrends des Jahres 2015 sind: Im Durchschnitt konnte in allen Größenklassen – unabhängig von der Anzahl der Vollbeschäftigten – ein Gewinn erzielt werden. Bei den am Betriebsvergleich teilnehmenden Agenturen sind die Gesamterlöse im Jahresvergleich nur bei den Kleinbetrieben mit weniger als zwei Beschäftigen zurückgegangen.

Wird die Entwicklung der einzelnen Sparten – also Produkte und Dienstleistungen, die ein Reisebüro anbietet – anhand der Betriebsgrößen analysiert, so wird deutlich, dass bei Betrieben mit weniger als fünf Vollbeschäftigten der Bereich der Touristik die mit Abstand wichtigste Quelle der erwirtschafteten Erlöse ist. Deutlich mehr als 70 Prozent entfällt auf die Touristiksparte und damit den Verkauf von Veranstalterreisen. Das Flugsegment trägt meist weniger als zehn Prozent zu den Erlösen bei. Gleiches gilt für sonstige Erlöse (zum Beispiel Serviceentgelte, Managementfees, Reiseversicherungen oder Mietwagen).

Die Reisebürogröße wirkt sich auf die wirtschaftliche Situation aus

Mit zunehmender Betriebsgröße nehmen insbesondere die Touristikanteile an den Erlösen ab (auf Werte zwischen rund 66 bei fünf bis zehn Beschäftigten und 34 Prozent bei 20 und mehr Beschäftigten). Demgegenüber sind deutliche Zunahmen beim Erlösanteil des Flugsegments (auf Werte zwischen rund 17 bei fünf bis zehn Beschäftigten und 33 Prozent bei mehr als 20 Beschäftigten), der Eigenveranstaltungen und sonstiger Erlöse zu erkennen.

Zugleich zeigen die betriebswirtschaftlichen Kennziffern, dass die Spartenrendite bei Eigenveranstaltungen bei Büros mit mehr als zehn Beschäftigten höher ausfällt als bei kleineren Büros. Im Gegensatz zu anderen Umsatzbereichen wie den Sparten Touristik, Flug oder erdgebundene Beförderung (Bahnen und Busse) erzielten Reisebüros 2015 durch Eigenveranstaltungen – abhängig von der Anzahl der Vollbeschäftigten –zwischen rund 19 (weniger als zwei Vollbeschäftigte) und fast 29 Prozent (mehr als 20 Vollbeschäftigte) Rendite. Bei anderen Umsatzbereichen liegen die Spartenrenditen in einer Bandbreite zwischen gut fünf bis knapp 14 Prozent. Fazit: Eigenveranstaltungen – also das Geschäft mit selbstorganisierten Reisen – entwickeln sich zu Erfolgsfaktoren nicht nur für größere Reisebüros.

Ein Blick auf die Kostenstrukturen zeigt relativ geringe Schwankungen bei den Personalaufwendungen, die anderen Kostenarten sinken allerdings tendenziell mit zunehmender Betriebsgröße. Dies gilt insbesondere für die Raumkosten (von knapp 14 Prozent bei Kleinstbetrieben bis unter acht Prozent bei Großbetrieben).
Die Erkenntnisse des DRV-Reisebürobarometers aus den Jahren 2014 und 2015 sowie eine zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse stehen Reisebüros ab sofort im Fachbereich Betriebswirtschaft zum Herunterladen zur Verfügung. „Dies ist ein sichtbares Dienstleistungsangebot für die Mitglieder und die breite Öffentlichkeit“, hebt DRV-Präsident Norbert Fiebig den Mehrwert für die Unternehmen der Tourismusbranche hervor.

Hintergrund: Das ist die Studie und worüber sie Auskunft gibt

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) hat zusammen mit dem DRV als Zuwendungsgeber die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennziffern von Reisebüros ermittelt und im DRV-Reisebürobarometer dokumentiert. Diese einmalige bundesweite Untersuchung der betriebswirtschaftlichen Kennziffern ist eine wichtige Entscheidungshilfe für Reisebüros und die Branche hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit eines Betriebes. „Reisebüros brauchen verlässliche Daten, um ihr Unternehmen erfolgreich zu führen. Betriebswirtschaftliche Kennziffern sind die Basis jedes Unternehmens. Sie ermöglichen es, die eigene Entwicklung zu analysieren, einzuordnen und gegebenenfalls neu zu justieren“, unterstreicht der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Betriebswirtschaft Bernd Zillich die Bedeutung des DRV-Reisebürobarometers für den Reisevertrieb. Der Ausschuss hat jetzt die Ergebnisse des Reisebürobarometers für die Jahre 2014 und 2015 veröffentlicht.

Das DRV-Reisebürobarometer ist ein vom DRV-Ausschuss Betriebswirtschaft initiiertes Projekt, mit dem der Verband mehr Interesse für betriebswirtschaftliche Fragestellungen in den Reisebüros wecken möchte. Unterteilt nach Größenklassen liefert die vorliegende Auswertung sowohl Informationen zur Umsatz-, Erlös- und Kostenstruktur als auch Hinweise auf Spartenrendite, Personalproduktivität und Betriebsergebnis. In das DRV-Reisebürobarometer fließen betriebswirtschaftliche Daten von mehr als 1.200 Reisebüros in Deutschland ein. Die Datenhäuser ACCON-RVS, DER, taa, ZIEL und TUI liefern die benötigten Daten. Ein Vergleich mit der amtlichen Umsatzsteuerstatistik zeigt, dass die Ergebnisse des Reisebüro-Barometers ein sehr gutes Abbild der Branche darstellen.

Hier steht Interessierten das Initiates file downloadDRV-Reisebürobarometer 2014 und das Initiates file downloadDRV-Reisebürobarometer 2015 zum Herunterladen zur Verfügung.