Na­tio­na­le Tou­ris­mus­stra­te­gie

Der Deutsche Bundestag hat den Antrag der Koalitionsfraktionen mit dem Titel „Mit nationaler Tourismusstrategie den Standort Deutschland weiter stärken“ angenommen. Der DRV begrüßt ausdrücklich, dass die Reisewirtschaft darin als wichtiger Wirtschaftsfaktor gewürdigt wird – sowohl in Deutschland, als auch im Ausland. In dem Papier finden sich  zentrale Forderungen des DRV wieder. Nun gilt es aber, diese im Rahmen konkreter Gesetze mit Leben zu füllen.

 

Die Forderungen der deutschen Reisewirtschaft im Einzelnen

 

 

Of­fe­ne Gren­zen er­hal­ten

Freizügigkeit und Reisefreiheit innerhalb der EU sind die Kerngedanken der europäischen Integration. Es gilt sie unbedingt zu erhalten: Das Schengener Abkommen darf nicht zur Disposition gestellt werden.

Tou­ris­mus als Sta­bi­li­sa­tor nut­zen

Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Schwellen- und Entwicklungsländern. Öffentliches und privates Engagement sollte weiter vorangetrieben und die Attraktivität der bereits vorhandenen Infrastruktur weiter verbessert werden.

Pra­xis­taug­lich­keit des neu­en Rei­se­rechts si­cher­stel­len

Die EU-Pauschalreiserichtlinie wurde in deutsches Recht umgesetzt. Im Rahmen des vorgesehenen Evaluationsprozesses sollte die Bundesregierung frühzeitig die Rückkoppelung mit dem europäischen Gesetzgeber suchen.

Au­gen­maß beim Ver­brau­cher­schutz

Reisende sind bereits jetzt sehr gut geschützt, insbesondere durch das Reiserecht. Es gibt seit langem die Möglichkeit, dass mehrere Personen ihre Klagen verbinden und  gemeinsam ihr Recht durchsetzen. Sammelklagen, bei der die Kläger nicht selbst am Prozess teilnehmen und ihre Schadensersatzansprüche nicht individuell geprüft werden, sind daher unnötig.

Fle­xi­ble Sonn- und Fei­er­tags­re­ge­lun­gen für Call Cen­ter

Reisende erwarten zurecht, dass sie ihren Urlaub auch abends und am Wochenende buchen können. Geschäftsreisende sind darauf angewiesen, kurzfristig umbuchen zu können. Dafür brauchen Reiseunternehmen Call Center, die auch sonn- und feiertags arbeiten dürfen.

Be­ruf­li­che Per­spek­ti­ven im Tou­ris­mus auf­zei­gen

Die Zukunftsperspektiven für junge Nachwuchskräfte im Tourismus sind hervorragend. Die Potentiale der Ausbildung im Tourismus müssen stärker Eingang in die Berufsberatung finden. Es bedarf verstärkter öffentlicher Maßnahmen, z.B. im Rahmen der schulischen Berufsberatung oder der Vermittlung von Praktika und Praxiskontakten, und stärkerer finanzieller Anreize für die Förderung von Hochschulstudiengängen mit Tourismusschwerpunkt (insbesondere Dualer Studiengänge) an öffentlichen und privaten Hochschulen.

Preis­tei­le di­gi­ta­li­sie­ren

Immer noch sieht der Gesetzgeber gedruckte Preisteile in Reisekatalogen obligatorisch vor. Dies ist weder aus ökonomischer, noch aus ökologischer Perspektive sinnvoll. Die Politik sollte den Weg frei machen für digitale Alternativen, die den Kunden aktuell und transparent informieren.

Ex­kur­sio­nen und Klas­sen­fahr­ten pro­fes­sio­na­li­sie­ren

Wir benötigen Standards für Jugend- und Schulreisen, damit nicht nur pädagogischer Mehrwert, sondern auch die Absicherung im Krisenfall gewährleistet ist. Idealerweise sollten Träger solcher Reisen künftig bei der Organisation von Exkursionen und Klassenfahrten auf die Unterstützung von professionellen Anbietern aus dem Reiseveranstaltungs- und Reisevertriebsbereich zurückgreifen. Diese verfügen über das notwendige Know-how und die Erfahrung, um Jugendreisen oder Klassenfahrten so zu planen und zu gestalten, dass die Reise für Kinder und Jugendliche zu einem unvergesslichen und sicheren Erlebnis wird.