Die Zahlen sprechen für sich: Auf das Reisen wollten die meisten Deutschen auch 2025 nicht verzichten, der Reisemarkt ist auf sehr hohem Niveau stabil. Für den vorab vor Reiseantritt gebuchten mehrtägigen Urlaub haben die Bundesbürger die neue Rekordsumme von 87,9 Mrd. Euro ausgegeben. Das sind über fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Reisenden blieb dabei auf sehr hohem Niveau stabil. Die Anzahl der Reisen ging hingegen um knapp ein Prozent zurück. Besonders Auslands- und Flugreisen waren gefragt, Urlaube und Tagesausflüge innerhalb des eigenen Landes waren rückläufig.
„Reisen bleibt für die Menschen ein Grundbedürfnis – selbst in wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren Zeiten. Das konstant hohe Reisevolumen zeigt: Urlaub hat weiterhin hohe Priorität“, so der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Albin Loidl, bei der Präsentation der finalen Ergebnisse des Reisejahres 2025 zum Auftakt der führenden Reisemesse ITB Berlin, die von der Eskalation im Nahen Osten überschattet wird. Grundlage der Daten sind Auswertungen der YouGov-Marktforscher zu Urlaubs- und Privatreisen ab mindestens einer Übernachtung für den DRV.
Organisierte Reise wächst stärker als der individuelle Reisemarkt
Erneut entwickelte sich der organisierte Reisemarkt, also Pauschal- und Bausteinreisen der Veranstalter, besonders stark und wuchs überproportional um 9,3 Prozent auf nunmehr 43,4 Mrd. Euro. Damit entfällt rund die Hälfte des Gesamtumsatzes auf über Reiseveranstalter gebuchte Pauschal- und Bausteinreisen. „Pauschal- und Bausteinreisen gewinnen weiter Marktanteile. Viele Kunden setzen bewusst auf verlässliche Angebote und professionelle Betreuung – und damit auf Sicherheit“, so Loidl. Dieser Anteil ist bereits in den vergangenen Jahren zugunsten der organisierten Reise gewachsen und legte im vergangenen Jahr erneut zu – auch weil Fernreisen, Kreuzfahrten und Flugpauschalreisen in Richtung östliches Mittelmeer einen Aufschwung erfuhren. Diese Reisearten werden vornehmlich als Pauschalreisen gebucht.
Für den individuell selbst organsierten Urlaub zeigte sich, dass im gesamten Touristikjahr Reisen ins Ausland mit minus 5 Prozent und im Inland mit minus 3 Prozent rückläufig waren. Dabei war der Sommer mit 8 Prozent Rückgang besonders betroffen.
Reisen genießen hohen Stellenwert – Kunden werden preissensibler
Fast 20 Mrd. Euro mehr haben die Deutschen im vergangenen Jahr für Reisen und Urlaub ausgegeben als im Jahr vor der Pandemie. Das zeigt eindrücklich: Trotz vieler vor allem wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen genießt das Reisen einen sehr hohen Stellenwert. Der Urlaub ist für viele gesetzt, aber es werden Sparpotentiale ausgelotet: „Viele Urlauber gönnen sich die Auszeit, aber geben während des Aufenthaltes im Zielgebiet weniger aus“, so DRV-Präsident Loidl. So sanken die Nebenausgaben etwa für Restaurantbesuche um fünf Prozent und für vor Ort gebuchte Reiseleistungen (etwa für Ausflüge und Aktivitäten vor Ort) um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit den Ausgaben im Urlaubsgebiet und für dortige Reiseleistungen wie etwa Ausflüge gaben die Deutschen nach Angaben von YouGov insgesamt 119 Mrd. Euro (Vorjahr 115 Mrd. Euro) aus.
Um Kosten zu sparen, haben viele Urlauber zudem günstigere Reiseziele gewählt und sind auf Nebensaisonzeiten ausgewichen. All-Inklusive-Angebote wurden verstärkt genutzt und der Urlaub deutlich früher als in den Vorjahren gebucht: Mehr als jede vierte Reise wurde sechs Monate oder länger im Voraus fest reserviert. „Früh buchen heißt für viele: bessere Preise und mehr Planungssicherheit“, erläutert der DRV-Präsident.
Die rund 8.000 stationären Reisebüros erzielten nach DRV-Hochrechnung auf Basis der YouGov-Erhebung 21 Mrd. Euro Umsatz (Vorjahr 22 Mrd.). Davon entfallen 14,3 Mrd. Euro auf das Privatkundengeschäft und 6,7 Mrd. Euro auf Geschäftsreisen.
Kreuzfahrt erneut Wachstumstreiber
Kreuzfahrten sind weiterhin der Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft. Insgesamt gaben die Deutschen für Hochsee- und Flusskreuzfahrten rund 6,7 Mrd. Euro und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr aus. „Die Kreuzfahrt überzeugt mit klar kalkulierbaren Leistungen und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis – das kommt in preissensiblen Zeiten besonders gut an“, betont Loidl.
Das beliebteste Fahrtgebiet bei der Hochsee war mit einem Anteil von 37 Prozent die Nordsee, gefolgt vom westlichen Mittelmeer mit 20 Prozent sowie dem Atlantik einschließlich Kanaren, Madeira, Kapverden, Azoren und Portugal mit 14 Prozent. Auf das Fahrgebiet Ostsee und Baltikum entfallen 7 Prozent, für Karibik, Mittel- und Südamerika ein Anteil von über sechs Prozent. Rund fünf Prozent aller Reisen führen ins östliche Mittelmeer. Jeweils rund zwei Prozent der Hochseekreuzfahrten hatten die Karibik und Mittel- und Südamerika, den Arabischen Golf/Orient/Ägypten, Transatlantik- & Weltreisen sowie Asien/Ozeanien/Australien zum Ziel.
Bei der Flusskreuzfahrt fuhren die meisten Gäste auf dem Rhein und den Nebenflüssen (44 Prozent), gefolgt von der Donau (22 Prozent) sowie Flüssen in Frankreich (14 Prozent) und dem Nil (9 Prozent).
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