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Neue Studie zum Wirtschaftsfaktor Bustourismus

Der Bustourismus ist in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Trotz der großen Bedeutung für den Arbeitsmarkt, die mittelständische Wirtschaft sowie das Tourismusgewerbe wird dieses Segment häufig unterschätzt. Obwohl der Bus zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln zählt, sind Omnibusse häufig von Einfahrverboten in Städte betroffen. Das hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) jetzt herausgefunden. In einer Grundlagenstudie hat das Institut den Wirtschaftsfaktor Bustourismus erstmalig wissenschaftlich untersucht. Erworben kann die Studie beim dwif unter dem folgenden Link: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.dwif.de/de/schriftenreihen-grundlagenuntersuchungen.html

Laut der Studie wird durch den Bustourismus in Deutschland jährlich ein Nettoumsatz von 9 Milliarden Euro generiert. Erstaunlich ist, dass davon nur 36 Prozent durch den Pauschalreisepreise erzielt wird und von den weiteren Einnahmen beispielsweise die Zielgebiete profitieren. Hierzu zählen gastronomische Leistungen, Einkäufe oder auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Ebenso profitieren weitere Leistungserbringer wie Hotels, Freizeiteinrichtungen etc. Deren Umsätze resultieren aus den Leistungen im Pauschalpaket, den Zusatzausgaben der Busreisenden in den Städten und Gemeinden sowie den Kosten für Reisevor- und -nachbereitung bzw. für den Transfer zum Abfahrtsort des Busses. Das Beherbergungsgewerbe zählt durch den Bustourismus in Deutschland 30 Millionen Übernachtungen. Auf diesem Wege sichert der Bustourismus allein in Deutschland über 200.000 Arbeitsplätze. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass auf jeden Arbeitsplatz in deutschen Busunternehmen im Gelegenheitsverkehr 4,7 weitere Beschäftigungsverhältnisse bei Zulieferern und Anbietern von ergänzenden Leistungen entstehen.

Des Weiteren hat das dwif das individuelles Verhalten der Bustouristen untersucht: Die durchschnittliche Busreise dauert rund 3,4 Tage. Die Kunden zahlen bei Übernachtungsreisen im Inland pro Reisetag durchschnittlich ca. 100 Euro. Hinzukommen pro Tag Zusatzausgaben in Höhe von 28,30 Euro. Der größte Anteil wird für das Gastgewerbe und für den örtlichen Einzelhandel ausgegeben. Je nach Anlass der Reise werden auch deutlich höhere Zusatzausgaben erreicht. Vor allem bei Kultur- und Städtereisen sind pro Busreisenden bis zu 100 Prozent höhere Ausgaben zu verzeichnen. Auch Tagesreisen habe hohe Zusatzausgaben im Zielgebiet, die Ausgaben pro Fahrgast sind lediglich 3,5 Prozent niedriger als bei einer Mehrtagestour.

Die Projektpartner der Studie sind der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) sowie die Städte Berlin, Dresden, Hamburg und München.