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DRV sieht Bettensteuer als kontraproduktiv für den Deutschlandtourismus an

Mit dem gesenkten Mehrwertsteuersatz für das Hotel- und Gastgewerbe hat die Bundesregierung 2010 eine wichtige steuerliche Entlastung für die Reisebranche auf den Weg gebracht. Doch die Erleichterungen werden nun konterkariert von Städten und Kommunen wie Köln oder Trier, die von Urlaubern und Geschäftsreisenden eine neue Steuer auf Übernachtungen erheben – die Bettensteuer belastet die Branche schwer und schadet dem Image des Deutschlandtourismus.

Städte und Kommunen bitten zur Kasse

Die Zwangsabgabe liegt bei bis zu fünf Prozent des Übernachtungspreises. Die
Begründung ist absurd: Reisende sollen bezahlen, damit mit den eingenommenen Geldern wiederum der Tourismus in der Region gefördert werden kann. Ein knappes Dutzend Städte erhebt die Steuer oder überlegt ihre Einführung, die Ausgestaltung ist in jeder Stadt unterschiedlich. Deutschland droht damit ein unübersichtlicher Steuer-Flickenteppich. Übrigens: Die Bettensteuer müssen in Köln auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen zahlen, die lediglich für einen Tagesausflug halt machen – Wegelagerei par excellence.

Reisende und Reisebranche betroffen

Leidtragende der neuen Steuer sind Reisende, die spürbar mehr für ihre Übernachtungen bezahlen müssen. Aber auch für die Reisebranche hat die Abgabe gravierende Folgen:

Hotels: Die neue Steuer erfordert eine Anpassung von Buchungssystemen und Abläufen sowie Schulungen des Personals – ein immenser Zeit- und Kostenaufwand.

Reiseveranstalter: Die Bettensteuer wird häufig sehr kurzfristig eingeführt und kann in Katalogen oft nicht mehr berücksichtigt werden – die Veranstalter bleiben mitunter auf den Mehrkosten sitzen; denn liegen zwischen Buchung und Reiseantritt weniger als vier Monate, dürfen die Preise nachträglich nicht mehr angepasst werden.

Unternehmen: Geschäftsreisende können sich die Steuer im Nachhinein zurückerstatten lassen – eine Farce, liest man das Kleingedruckte: Der Erstattungsantrag muss binnen eines Monats gestellt werden und u.a. die Originalrechnung des Hotels oder eine beglaubigte Kopie beinhalten.

Attraktivität des Deutschlandtourismus in Gefahr

Die Bettensteuer bedient einmal mehr das Vorurteil von Deutschland als teurem
Reiseziel. Erhebliche Wettbewerbsnachteile für die hiesigen Anbieter gehen damit einher. Die Städte und Kommunen schneiden sich mit der Steuer ins eigene Fleisch: Einige Unternehmen haben ihre Reiseabteilungen bereits angewiesen, Hotels im nahen Umland der betroffenen Städte zu buchen. Es ist zudem damit zu rechnen, dass Hotels ihre freiwilligen Leistungen etwa an Kulturförder- oder Marketingtöpfe reduzieren oder streichen. Die Verantwortlichen sollten neuerliche Belastungen für ihre Gäste überdenken, denn fernbleibende Touristen und Geschäftsleute bringen weder der lokalen Tourismuswirtschaft noch dem Fiskus Einnahmen.