Im Bahnreiseverkehr kann es laut Presseberichten aufgrund von weiteren Warnstreiks der Lokführer in den kommenden zwei Wochen, d.h. bis zum Ende der Urabstimmung am 7. März, zu Einschränkungen kommen. Reisende müssen sich möglicherweise auf Verspätungen und Zugausfälle im Nah-, Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) einstellen. Arbeitsniederlegungen sollen laut Angaben der Gewerkschaft jedoch rechtzeitig angekündigt werden.
Die DB teilt mit, dass mehrere hundert Mitarbeiter zusätzlich im Einsatz sind. Verstärkt würde vor allem das Service-Personal im direkten Kundenkontakt an den Bahnhöfen und bei der telefonischen Reisendeninformation. Auch in den Betriebszentralen und Transportleitungen, wo die Disposition von Mitarbeitern und Fahrzeugen erfolgt, seien zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor der Fahrt über die konkreten Auswirkungen des Streiks zu informieren. Hierfür ist ab sofort bis auf Weiteres unter (0 80 00) 99 66 33 eine kostenlose Servicenummer geschaltet. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter +49 (18 05) 33 44 44 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider). Details sind auch unter
www.bahn.de/aktuell oder für Nutzer von mobilen Endgeräten unter m.bahn.de/ris erhältlich.
Fahrgästen, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht antreten können, bietet die Deutsche Bahn aus Kulanz die Möglichkeit, ihre Fahrkarte und Reservierung in einem DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten zu lassen. Alternativ können Reisende den nächsten, gegebenenfalls auch höherwertigen Zug nutzen. In diesem Fall wird bei Angeboten wie dem Sparpreis auch die Zugbindung aufgehoben. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten gelten die Regelungen der jeweiligen Verkehrsverbünde.
Hintergrund:
Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am 3. Februar 2011 einstimmig Arbeitskämpfe beschlossen. Hintergrund dieser Abstimmung sind Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und sechs privaten Schienenpersonennahverkehrsunternehmen G6 (Abellio GmbH, Arriva Deutschland GmbH, BeNEX GmbH, Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, Veolia Verkehr GmbH und die Unternehmen der Hessischen Landesbahnen) über einen Flächentarifvertrag, die nach Meinung der GDL nun gescheitert sind.