Die Deutsche Bahn (DB) will nach jüngsten Medienberichten in ihren eigenen DB-Reisezentren Personal abbauen. Damit reduziert sie ihren Service beim Kartenkauf am Bahnhofsschalter deutlich und forciert den Verkauf über Internet und Automaten. Der Deutsche ReiseVerband (DRV) weist darauf hin, dass damit der Bahnfahrkartenverkauf im Reisebüro weiter an Bedeutung gewinnt und hebt die Serviceorientierung der deutschlandweit rund 3.000 Reisebüros mit Bahnverkauf – erkennbar an dem rot-weißen DB-Zeichen im Reisebüro-Schaufenster – hervor. Dort gibt es kompetentes Fachpersonal, das Bahnkunden persönlich und umfassend berät. „Unsere Reiseprofis ermitteln für Bahnkunden individuelle Reiserouten und offerieren ihnen Vergleichsangebote“, so Hans Doldi, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Bahn. „Im Gegensatz zu den Online-Angeboten der Bahn erspart das Fachpersonal dem Kunden durch cleveres Kombinieren von Bahnangeboten oder Strecken Kosten. Dabei berät das Reisebüro vor allem neutral“, verdeutlicht Doldi die Unabhängigkeit und die Serviceorientierung der Reisebüros mit Bahnverkauf. Sein Fazit: „Internet und Automaten können sich nicht mit der Erfahrung der Bahnprofis im Reisebüro messen.“
„Je mehr die Bahn den Online- und Automatenvertrieb fördert, umso mehr verzichtet sie auf die Beratungskompetenz des personenbedienten Vertriebs und gefährdet zugleich die Wirtschaftlichkeit der Reisebüros mit Bahnverkauf. Darüberhinaus steht Kunden immer weniger neutrales und fachkundiges Personal zur Verfügung, das sie zu optimalen Fahrverbindungen und preisgünstigen Bahnreisen berät“, bringt Doldi die Entwicklung im Bahnvertrieb auf den Punkt.