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Offener Brief von DRV-Präsident Büchy an MdB Brähmig: Aufforderung zur Richtigstellung

19.03.2012 | 12:42

Der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag, MdB Klaus Brähmig, hat sich in einem E-Mail-Austausch mit Professor Karl Born äußerst abfällig über die deutsche Reisebranche geäußert. Da diese Bemerkungen über die offizielle Bundestags-Adresse von MdB Brähmig verschickt wurden und sowohl MdB Brähmig als auch Professor Born ihren Austausch teilweise öffentlich geführt haben, gehen sie in ihrer Bedeutung und Wirkung über den bilateralen Austausch von zwei Einzelpersonen hinaus. Der DRV-Präsident Jürgen Büchy hat daher folgenden offenen Brief an MdB Brähmig gesandt:

© DRV, Jürgen Büchy

© DRV, Jürgen Büchy

"Sehr geehrter Herr Brähmig,
ich habe mit Erstaunen und Entsetzen festgestellt, dass in der vergangenen Woche in einer E-Mail mit Ihrem Absender aus dem Deutschen Bundestag, unterzeichnet durch Ihren wissenschaftlichen Mitarbeiter, die deutsche Reisebranche als „sonnenbankgebräunte Drückerkolonne im Einreiher (…) die nur Reisen verkaufen will und dabei jede Nachfrage zum Thema Ethik scheut, da das ja nur die Gewinne drückt (…)“ bezeichnet wurde. Die ITB Berlin wurde wiederum mit dem Hinweis erwähnt, sie werde „(…) in selbstkritischen Fachkreisen auch Internationale Trinkerbörse getauft (…)“.

Ich fordere Sie mit Nachdruck auf, diese abwertenden, unsachgemäßen und unangemessenen Bemerkungen öffentlich richtig zu stellen.
Als Vorsitzender des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages ist es Ihre Aufgabe, die politische Debatte anzuregen – dies ist unbenommen. Die oben wiedergegebene Meinung hat jedoch das Feld einer legitimen Auseinandersetzung unterschiedlicher Positionen weit verlassen und diffamiert pauschal eine ganze Branche ebenso wie eines ihrer wichtigsten Foren. Auch wenn diese Äußerungen nicht persönlich von Ihnen stammen, so sind sie doch über Ihre offizielle Bundestagsadresse verbreitet worden, was ihnen zusätzliches Gewicht gibt und den Anschein erweckt, sie würden durch Sie gedeckt.

Deshalb rufe ich Sie auf, umgehend Stellung zu nehmen und sich von diesen Bemerkungen klar zu distanzieren. Andernfalls droht eine massive Entfremdung zwischen Politik und Branche, was einen offenen und konstruktiven Dialog in der Zukunft unterbinden wird.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Büchy
Präsident